„Autohäuser sind unverzichtbare Infrastruktur“

Daimler-Vertreter spricht über künftige Bedeutung des Kfz-Gewerbes

| Autor: Martin Achter, Christoph Seyerlein, Dominik Faust

Sascha Pallenberg, Tech-Blogger und Teil der Unternehmenskommunikation des Daimler-Konzerns.
Sascha Pallenberg, Tech-Blogger und Teil der Unternehmenskommunikation des Daimler-Konzerns. (Bild: Achter / »kfz-betrieb«)

Händler bleiben aus Sicht des Automobilherstellers Daimler auch in Zukunft ein wichtiger Teil der automobilen Infrastruktur. „Ohne diese Infrastruktur können wir nicht arbeiten“, sagte Tech-Blogger Sascha Pallenberg, bei dem Stuttgarter Konzern zuständig für digitale Kommunikation, auf dem „Mobile.de Weckruf 2017“ in Würzburg.

Viele Autohäuser fragen sich derzeit, wie sie die Einbußen kompensieren können, die in Zukunft durch elektrisch und autonom fahrende Autos entstehen, betonte Pallenberg. Aus seiner Sicht sei die Antwort klar: Mehr digitalen Service bieten!

Mobile.de Weckruf 2017: Online-Forum für den Autohandel

„Durch die Digitalisierung werden die Händler künftig viel mehr digitale Services anbieten können als heute“, prognostizierte Pallenberg. Was das im Einzelnen sein könnte, müssten sich die Händler allerdings selbst überlegen. Ein vergleichsweise schnell realisierbares Beispiel für digitalen Service könnte laut Pallenberg sein, dass Kunden, die ihren Wagen zum Service bringen, dort ihren Traumwagen als Ersatzfahrzeug zur Verfügung gestellt bekommen. Welcher Traumwagen dies sei, würde zuvor der Hersteller anhand des Surfverhaltens des Kunden ermitteln.

Für ihn sei aber auch vorstellbar, dass sich Nutzer in autonomen Fahrzeugen künftig die Haare schneiden lassen, Filme anschauen, Power-Naps machen oder ihre Vitalfunktionen wie Puls und Blutdruck messen lassen. „Da entstehen Services mit irren Margen“, meinte er und prophezeite, dass die nächsten fünf Jahre noch mehr Veränderungen in der Branche bringen werden als die vergangenen 50 Jahre.

Mit Serviceorientierung hätten sich bereits viele Unternehmen erfolgreich in ihren jeweiligen Märkten positioniert. Zum Beleg verwies er auf Apples App-Store, Amazons Same-Day-Delivery, Nikes Community für Läufer oder Daimlers Beteiligungen an Mobilitäts-Dienstleistungen rund um Carsharing, Taxis und andere Services.

Händler fordern Zugang zu Kundendaten

Händler im Publikum stimmten den von Pallenberg skizzierten Szenarien grundsätzlich zu. Sie regten aber an, dass Herstellerkonzerne wie Daimler die gesammelten Kundendaten mit der Händlerschaft teilen sollten. „Dann kann nämlich unser Verkäufer unseren Kunden mit dem Traumwagen überraschen“, sagte zum Beispiel Markus Gold, Digital-Chef des Mercedes-Autohauses Kunzmann in Aschaffenburg. In der Tat werde so das Bild von der automobilen Infrastruktur durch die Händlerschaft in den Regionen mit Leben erfüllt.

Der Mobile.de Weckruf fand in diesem Jahr zum siebten Mal statt. Die Veranstaltung verzeichnete mit rund 150 Teilnehmern einen Besucherrekord. Das „Forum für digitalen Automobilhandel“ richtet sich an Digitalverantwortliche, Geschäftsführer und sonstige Führungspersonen in Autohäusern und wird von Mobile.de gemeinsam mit den Magazinen »kfz-betrieb« und »Gebrauchtwagen Praxis« an deren Verlagssitz in Würzburg im Vogel Convention Center (VCC) veranstaltet.

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