Autohaus Hermann verschenkt Strom

Autor / Redakteur: Stephan Richter / Vera Scheid

Das Mehrmarkenautohaus hat an seinem Standort in Northeim eine öffentlich zugängliche Ladestation für Elektrofahrzeuge eröffnet. Kunden können dort kostenfrei Strom tanken.

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Die niedersächsische Unternehmensgruppe Hermann hat am Standort Northeim eine öffentlich zugängliche Ladestation für Elektrofahrzeuge eröffnet. In Kooperation mit den Stadtwerken Northeim (SWN) entstand nach kurzer Bauzeit die erste Station dieser Art im Landkreis Niedersachsen. „Wir schreiben heute E-Mobilitäts-Geschichte“, sagte Geschäftsführer Wolfgang Hermann: „Die großen Automobilhersteller kooperieren mit den Stromkonzernen, wir sind einen Schritt auf unsere Stadtwerke zugegangen. Es ist eine Partnerschaft des Mittelstands.“

SWN-Geschäftsführer Dirk Schaper begrüßt die Kooperation: „Bundesweit sind die regionalen Stadtwerke gefordert, den Trend der Elektromobilität aufzugreifen. Deutschland braucht mehr Ladestation, und mit dieser Pilotanlage zeigen wir Flagge, wie das in Zukunft umgesetzt werden kann.“

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Laden und Kaffee für einen Euro

Die SWN versorgt die Ladestation, wie auch das komplette Autohaus, mit Ökostrom und trägt 50 Prozent des Investitionsvolumens von 70.000 Euro. „Aus rechtlicher Sicht, dürfen wir als Autohaus keinen Strom verkaufen. Daher bieten wir unseren Kunden eine kostenfreie Aufladung von 30 Minuten an – inklusive Kaffee, für den wir einen Euro berechnen. Innerhalb dieser Zeit lassen sich die Batterien um bis zu 17 Prozent aufladen“, erklärt Hermann.

Elektrokunden haben 24 Stunden am Tag die Möglichkeit, ihr Fahrzeug an der Station zu laden. „Wir haben hier am Standort einen ADAC-Stützpunkt, daher ist auch immer ein Mitarbeiter von uns ansprechbar,“ so Hermann. Im kommenden Jahr möchte der Unternehmer auch seinen Standorte in Goslar mit einer Ladestation ausstatten. Bereits im Februar 2010 entstand eine Ladestation am Hermann-Standort in Göttingen, die ist aber nicht jederzeit für die Kunden zugänglich.

Auf Seite 2: Keine finanzielle Unterstützung von Renault

Noch vor der Ladestation nahm Hermann im Jahr 2009 die kleinen Elektrofahrzeuge der französischen Marke Mega ins Programm auf. „Unsere Mitarbeiter haben das Thema mittlerweile verinnerlicht und schon viele Schulungen besucht“, erklärt Hermann.

Als Hauptmarke vertreibt das Autohaus die Marke Renault – ein Hersteller, der schon jetzt Elektrofahrzeuge in seinem Vertriebsprogramm hat und die Palette kommendes Jahr erweitert. „Die Renault-Nissan-Allianz ist hier ganz weit vorne. Wir können die Fahrzeuge auch wirklich verkaufen und nicht nur im Leasing anbieten“, so Hermann.

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Keine finanzielle Unterstützung von Renault

Von Renault gibt es kein offizielles Förderprogramm für Ladestationen, sagte Achim Schaible, Vorstandsvorsitzender der Renault Deutschland AG, gegenüber »kfz-betrieb ONLINE«. Jedoch steht der Importeur hinter dem Engagement jedes Händlers, der eine Ladestation eröffnet. Daher ließ es sich der Vertriebschef auch nicht nehmen, bei der Eröffnung persönlich dabei dabei zu sein. Schaible selbst kam zu dem Termin mit einem Renault Fluence mit Elektroantrieb.

Derzeit plant der Importeur mit bundesweit 40 Zero-Emission-Standorten, die auch über eine Ladestation verfügen. „Grundsätzlich kann aber jeder unser Händler die Elektrofahrzeuge verkaufen“, erklärt Schaible. Die Basisinvestitionen für eine Ladestation sollen sich nach seinen Angaben auf 15.000 bis 20.000 Euro belaufen und sich ab 30 bis 40 verkauften Fahrzeugen auszahlen.

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