Autohaus Honrath in Schieflage

Autor / Redakteur: Jens Rehberg / Jens Rehberg

Das Autohaus Honrath mit zwei Standorten in Bingen und Bad Kreuznach hat Ende Juni beim Amtsgericht Bingen am Rhein eine Sanierung in Eigenverwaltung beantragt. Zu hohe Fixkosten bereiteten dem Betrieb schon länger Probleme.

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Honrath-Hauptbetrieb in Bingen
Honrath-Hauptbetrieb in Bingen
(Bild: AH Honrath)

Die Heinrich Honrath Kfz GmbH (Opel, Hyundai, Fiat Professional) mit Sitz in Bingen und einem Autohaus in Bad Kreuznach hat am 23. Juni beim Amtsgericht Bingen am Rhein eine Sanierung in Eigenverwaltung beantragt. Wie die Kanzlei des hinzugezogenen Beraters Harald Schwartz Ende Juni mitteilte, wurde Jens Lieser vom zuständigen Gericht als Sachwalter bestellt.

„Wir verfolgen das Ziel, das Unternehmen zu sanieren – dabei wird keine Möglichkeit ausgeschlossen“, fasst Sanierungsexperte Harald Schwartz die derzeitige Lage des Händlers zusammen.

„Die Fixkosten waren einfach zu hoch“

Trotz konstanten Umsatzwachstums in den Jahren 2015 bis 2017 hatte sich zuvor offenbar die Ertragssituation des Autohauses nicht verbessert. „Die Fixkosten waren einfach zu hoch“, sagt Sven Groetzner, der seit 2018 als Geschäftsführer bei Honrath an Bord ist. „Wir haben einige Sanierungsmaßnahmen wie den Abbau von Gebrauchtwagenbeständen sowie neue Vertriebskonzepte bereits umgesetzt und waren auf einem guten Weg. Corona macht uns jetzt aber einen Strich durch die Rechnung“.

Verkaufsschließungen in der Pkw-Hauptsaison von Mitte März bis Mitte April sowie eine geringe Werkstattauslastung hätten zu einem erheblichen Verlust und zu Liquiditätsengpässen geführt. Zudem habe sich die Reduzierung der Opel-Modellpalette zuletzt negativ auf den Umsatz ausgewirkt.

„Der gesamte Geschäftsbetrieb geht weiter, vom Fahrzeugverkauf bis zum Werkstattbetrieb“, so Groetzner. Die Finanzierung der Löhne und Gehälter wolle man nun über die Insolvenzgeldvorfinanzierung als erstes sicherstellen. „Ich hoffe natürlich, dass die Kunden uns treu bleiben“, so der Geschäftsführer.

Insgesamt 81 Mitarbeiter von der Insolvenz betroffen

An den zwei Standorten sind insgesamt 81 Mitarbeiter von der Insolvenz betroffen. Zur Honrath-Gruppe gehört auch noch ein kleinerer Betrieb in Ingelheim, der aber nicht in das aktuelle Verfahren miteinbezogen ist.

Die Heinrich Honrath Kfz GmbH wurde 1973 gegründet. Hauptsitz des Unternehmens ist Bingen am Rhein. Honrath erzielte im Geschäftsjahr 2018 rund 44 Millionen Euro Umsatz. 4,8 Millionen davon entfielen auf das Autohaus Ingelheim. Das Verkaufs-Team von Honrath vermarktete zuletzt ein Jahresvolumen von rund 1.100 Neu- und 1.250 Gebrauchtfahrzeugen.

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