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Autoindustrie: Optimismus mit Sorgenfalten

| Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Die Pkw-Nachfrage auf dem Weltmarkt wird nach Einschätzung von VDA-Präsident Bernhard Mattes auch in diesem Jahr wieder steigen. Aber die Branche beobachtet verschiedene Entwicklungen mit Sorgen.

Bernhard Mattes sieht im modernen, sauberen Diesel eine wichtige Technologie gegen den CO2-Ausstoß.
Bernhard Mattes sieht im modernen, sauberen Diesel eine wichtige Technologie gegen den CO2-Ausstoß.
(Bild: Manfred Zimmermann)

Die deutsche Automobilindustrie wird das Jahr 2018 besser als das Vorjahr abschließen und damit erneut einen Rekordwert erzielen. „Die Konjunkturen auf den Weltmärkten sind positiv“, kommentierte Bernhard Mattes, Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), das bisherige Ergebnis.

Mattes geht davon aus, dass der Pkw-Weltmarkt 2018 mit 86 Millionen Einheiten zwei Prozent über dem 2017er Wert liegen wird, in Europa wird der Anstieg rund ein Prozent auf 15,8 Millionen Pkw betragen. In den USA wird die Nachfrage nach Light Vehicles zwar um zwei Prozent auf 16,9 Millionen Einheiten zurückgehen, dagegen bleibt der chinesische Markt mit 24,7 Millionen Pkw (+ 2 %) weiterhin auf Wachstumskurs. Außerdem erholen sich die Märkte in Russland und Brasilien derzeit kräftig.

Für das Gesamtjahr erwartet der Verband einen Anstieg der weltweiten Produktion deutscher Hersteller um ein Prozent auf 16,7 Millionen Autos, wobei die Inlandsproduktion mit 5,5 Millionen Pkw leicht um drei Prozent unter dem Vorjahreswert liegen wird, die Fertigung im Ausland dagegen um etwa drei Prozent auf 11,2 Millionen zulegen dürfte. Von der Inlandsproduktion werden 4,2 Millionen Pkw in den Export gehen, was einer Exportquote von 76 Prozent entspricht. Einem stabilen Auftragseingang aus dem Inland steht ein Auftragseingang aus dem Ausland gegenüber, der zugelegt hat.

„Als Exportland sind wir auf fairen und freien Handel angewiesen. Daher beobachten wir mit Sorge die Entwicklung der internationalen Handelspolitik“, erklärte Mattes. Aber der Streit um Schutzzölle ist nur ein Punkt, der die Branche bekümmert. Andere sind der Ruf der Hersteller und die CO2-Regulierung nach 2020. Mattes bedauerte, dass der Diesel-Anteil bei den Neuzulassungen in Deutschland im ersten Halbjahr auf knapp ein Drittel gesunken ist. Dem Klimaschutz bringe das nichts, betonte er. Je weniger Diesel verkauft würden, desto höher seien die CO2-Werte bei den Pkw-Neuzulassungen. „Der moderne Diesel ist notwendig, um die Klimaschutzziele im Verkehr zu erreichen.“ Und die neuesten EU-Abgasnormen stellten sicher, dass der moderne Diesel nur noch sehr geringe Stickoxidemissionen aufweise.

Der neue VDA-Präsident zeigte sich auch persönlich von dem erlittenen Vertrauensverlust betroffen. „Wir arbeiten daran, neues Vertrauen zu gewinnen und unsere Glaubwürdigkeit wieder zu stärken. Das geht nicht auf Knopfdruck, das braucht Zeit. Dazu gehört, dass wir tun, was wir sagen, dass Verlässlichkeit und Transparenz unser Handeln bestimmen.“

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