Neuzulassungen Automarkt weiter deutlich unter Vorkrisenniveau

Autor / Redakteur: ys/dpa / Yvonne Simon

Der Mai zeigt ein ähnliches Bild wie bereits April und März: Der Pkw-Markt in Deutschland ist stark gewachsen – allerdings nur aufgrund des desaströsen Vorjahresmonats und der steigenden Nachfrage nach Elektroautos. Eine deutsche Marke war trotzdem im Minus.

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Im Mai 2021 wurden rund 37 Prozent mehr Fahrzeuge zugelassen als im fatalen Vorjahresmonat.
Im Mai 2021 wurden rund 37 Prozent mehr Fahrzeuge zugelassen als im fatalen Vorjahresmonat.
(Bild: Wehner/»kfz-betrieb«)

Der deutsche Automarkt erholt sich weiter, hinkt dem hohen Niveau der Vorjahre aber noch deutlich hinterher. 230.635 Autos wurden im vergangenen Monat neu zugelassen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Donnerstag mitteilte. Das waren demnach rund 37 Prozent mehr als noch im Mai des Vorjahres. Nicht nur Autohäuser mussten damals schließen, auch die Produktion war stark eingeschränkt. Der Absatz war massiv eingebrochen. Aussagekräftiger ist daher ein Vergleich mit dem Vor-Corona-Jahr 2019. Zieht man den Mai 2019 heran, dann ergibt sich ein Minus von 30,7 Prozent.

Seit Anfang des Jahres wurden bundesweit rund 1,1 Millionen Fahrzeuge zugelassen, knapp 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die nun wieder erreichten hohen Wachstumsraten dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Automarkt weiter schwächele, teilte der Präsident des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), Reinhard Zirpel, mit: „Seit Jahresbeginn blieb das Neuzulassungsvolumen 16 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt.“ Angesichts sinkender Inzidenzzahlen forderte er bundesweite Öffnungsschritte für die Autohändler.

Das Gleiche gilt laut dem Verband der Automobilindustrie (VDA) auch für die Produktion. Demnach wurden im Mai rund 250.100 Autos gebaut, das waren 58 Prozent mehr als im Mai des vergangenen Jahres. „Jedoch wird auch hier das Vorkrisenniveau noch deutlich unterschritten“, hieß es. Die Lieferengpässe bei den Halbleitern blieben ein Hindernis für einen stärkeren Hochlauf der Produktion.

Stromer hoch im Kurs

Die detailliertere Analyse zeigt, dass die Wachstumstreiber im Mai die elektrifizierten Fahrzeuge waren. Elektrofahrzeuge konnten ihren Anteil an den Neuzulassungen weiter steigern, auf 11,6 Prozent. 26.786 Neuwagen mit einem reinen Elektroantrieb kamen laut KBA im Mai neu auf die Straßen. Das waren fast vier Mal so viele wie im Vorjahreszeitraum. Die Neuzulassungen von Plug-in-Hybriden verdreifachten sich auf 27.222 Einheiten, ihr Anteil lag bei 11,8 Prozent. Insgesamt betrug der Hybrid-Anteil mit 64.367 Neuzulassungen 27,9 Prozent.

Elektrifizierte Fahrzeuge kamen im Mai damit zusammengerechnet auf einen höheren Anteil als reine Benziner, die im Vergleich zum Vorjahr nur um 1,1 Prozent zulegen konnten. Ihr Anteil an den Zulassungen betrug 37,7 Prozent. Es folgten Dieselaggregate, die auf einen Anteil von 22,3 Prozent kamen. Absolut kamen 3,3 Prozent weniger Selbstzünder auf die Straßen als im Mai 2020.

Bei den Segmenten sind die umstrittenen SUVs weiter beliebt. Ihr Anteil an den Neuzulassungen lag im Mai bei rund 23 Prozent. Absolut erzielten sie ein Wachstum von 61,2 Prozent. Am stärksten wuchs allerdings das Mini-Segment mit einem Plus von 114,9 Prozent.

Fabrikate: Minus bei Mercedes

Ein Blick auf die Fabrikate zeigt, dass nahezu alle deutschen Marken zulegen konnten. Einzige Ausnahme: Mercedes-Benz verlor um 14,8 Prozent. Gleichzeitig kletterte Smart mit einem Plus von 480,5 Prozent am höchsten. Deutlich zulegen konnten auch Mini (+94,9 %) und BMW (+92,1 %). VW verzeichnete ein Plus von 53 Prozent.

Auch bei den Importeuren ging es größtenteils bergauf. So brachten Tesla (+779,5 %) und Seat (+112, %) deutlich mehr Fahrzeuge auf die Straßen, in der Tabelle gefolgt von Skoda (+56,3 %) und Kia (+56,2 %). Schlecht lief es hingegen bei Ssangyong (–40,6 %) und Mitsubishi (–26,2 %).

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