Automechanika 2012: Qualitätsinitiative für Teile

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jens Rehberg

Bei der vom VDA initiierten Aktion „Qualität ist Mehrwert“ hat sich eine Reihe großer Zulieferer zusammengeschlossen, um für ihre Markenersatzteile zu trommeln.

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Bei Hella werden Produkte in einer Prüfanlage unter anderem mit einem Wasserdruck von bis zu 120 Bar und einer Wassertemperatur von + 85 Grad Celsius getestet.
Bei Hella werden Produkte in einer Prüfanlage unter anderem mit einem Wasserdruck von bis zu 120 Bar und einer Wassertemperatur von + 85 Grad Celsius getestet.
(Foto: Hella)

Jeder Werkstattbesitzer kennt die Diskussionen, die er oft mit kostenbewussten Kunden führen muss: „Geht es nicht auch ein bisschen billiger?“ Und wenn dann die junge Mutter mit traurigen Augen vor ihrem Kleinwagen steht, den sie ja nur im Stadtverkehr nutzt, dann lässt sich vielleicht auch ein qualitätsbewusster Werkstattmeister dazu bewegen, im Internet nach den billigsten Bremsbelägen zu schauen.

Billigprodukte aus zweifelhaften Quellen gibt es heute in Hülle und Fülle. Doch sie können sowohl für den Autofahrer als auch für die Werkstatt schnell teuer werden und ihren anfänglichen Preisvorteil einbüßen, wie die Initiative „Qualität ist Mehrwert“ argumentiert. In diesem Verbund haben sich auf Initiative des VDA namhafte deutsche und internationale Zulieferunternehmen zusammengeschlossen (siehe Kasten unten).

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So sei zum Beispiel bei Billigteilen die Passgenauigkeit nicht immer gewährleistet. Der Einbau dauere dadurch länger und sei oft mit Nacharbeit und Improvisationen verbunden. Zudem könne eine minderwertige Materialqualität zu erhöhtem Verschleiß führen oder zu vorzeitigem Ausfall – und davon sei auch die Verkehrssicherheit betroffen. In diesem Zusammenhang gelte es zu bedenken, dass die Werkstatt bei einer Reparatur die Produkthaftung übernimmt. Im Falle eines Unfalls gehe dann oft mehr kaputt als nur das Vertrauensverhältnis zum Kunden.

Qualitätsteile dagegen seien speziell für die betreffenden Fahrzeuge ausgelegt und ließen sich „ohne böse Überraschungen“ einbauen. Dabei helfen umfangreiche Anleitungen, technische Informationen und Schulungsangebote der Hersteller. Bei Problemfällen können sich die Werkstätten zudem an die Hotlines der Produzenten wenden. Und sollte einmal mit einem Ersatzteil etwas nicht in Ordnung sein, übernehmen die Markenhersteller die Produkthaftung, um Kfz-Betriebe vor Regressansprüchen der Kunden zu schützen, heißt es bei „Qualität ist Mehrwert“.

Ergänzendes zum Thema
Die Mitglieder der Initiative „Qualität ist Mehrwert“

Borg-Warner Beru Systems: Halle 3.0, A31

Bosal Deutschland: Halle 6.0, C06​

Continental AG: FOR.0, A03​

Eberspächer (nicht auf der Automechanika)​

Federal-Mogul: Halle 3.0, D51

FTE Automotive: Halle 2.0, C59

GKN: Halle 6.0, B60

Hella: Halle 3.0, D91

HJS: (nicht auf der Automechanika)

Johnson Controls: Halle 2.0, B90

Mahle: Halle 5.0, B46

Mann + Hummel: Halle 3.0, A50

MS Motor Service: Halle 5.1, A42

Bosch: Halle 9.0, A16

Schaeffler: FOR.0, A01

Thyssen-Krupp Bilstein: Halle 6.0, C25

TMD Friction: Halle 6.0, B80

TRW: Halle 2.0, B60

Valeo: Halle 3.0, A11

Wabco: (nicht auf der Automechanika)

Webasto: (nicht auf der Automechanika)

ZF Services: Halle 3.0, A80

Für die wirtschaftliche Reparatur von älteren Fahrzeugen bieten viele Markenhersteller zudem günstigere Produktlinien oder Austauschprodukte an. Damit könnten Werkstätten ihren Kunden gute Angebote machen, ohne die Qualität zu gefährden. Zwar werde die Reparatur auch damit nicht die billigste sein, aber die nachhaltigste bezüglich Fahrzeugzustand, Verkehrssicherheit und Kundenbindung. Auf der Automechanika präsentieren die Mitglieder der Initiative „Qualität ist Mehrwert“ den Besuchern deshalb viele neue Produkte und Dienstleistungen für eine fachgerechte, wirtschaftliche und hochwertige Fahrzeuginstandsetzung.

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