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Automobil Freiburg: Unter erschwerten Bedingungen

| Autor: Andreas Wehner

Die Freiburger Händlermesse „Automobil“ fand am vergangenen Wochenende gerade zu dem Zeitpunkt statt, als die ersten Coronavirus-Fälle in Deutschland bekannt wurden. Das drückte die Besucherzahlen. Die teilnehmenden Händler verkauften dennoch ganz gut.

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14.000 Besucher kamen in diesem Jahr auf die Freiburger „Automobil“.
14.000 Besucher kamen in diesem Jahr auf die Freiburger „Automobil“.
(Bild: Wehner/»kfz-betrieb«)

Während große Automessen an Bedeutung verlieren, erfreuen sich kleinere, lokale Ausstellungen großer Beliebtheit. Zu ihnen gehört die Verkaufsausstellung „Automobil“ in Freiburg, die die Messe Freiburg zusammen mit den örtlichen Autohändlern veranstaltet. „Wir bieten auf engstem Raum ein großes Fahrzeugangebot und alle Informationen, die der Kunde für eine Kaufentscheidung braucht“, betonte Tobias Gutgsell, Sprecher der Interessensgemeinschaft Autohäuser in Freiburg, zum Auftakt der Messe.

Die 35. Auflage der Ausstellung am vergangenen Wochenende fand jedoch unter erschwerten Rahmenbedingungen statt: Kurz vor Beginn der Ausstellung waren die ersten Corona-Virus-Fälle in Deutschland bekannt geworden. In der Folge kamen deutlich weniger Besucher als noch vor einem Jahr in die Freiburger Messehallen: 14.000 Gäste entsprachen einem Rückgang um mehr als ein Drittel.

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Dennoch werteten die Veranstalter die Messe als Erfolg. „Die Stimmung auf der 35. Automobil war trotz des Coronavirus sehr gut“, konstatierte Daniel Strowitzki, Geschäftsführer der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG. „Die Besucher, die gekommen sind, haben sich sehr bewusst dazu entschieden, die Messe zur Information und zum Kauf zu nutzen. Entsprechend sind die Verkäufe lange nicht so stark zurückgegangen wie die Besucherzahlen“, sagte Tobias Gutgsell im Gespräch mit »kfz-betrieb«. 400 Fahrzeuge und damit 20 Prozent weniger als 2019 wechselten den Besitzer. „Unter den gegebenen Rahmenbedingungen können wir damit zufrieden sein“, sagte Gutgsell, der gleichzeitig Geschäftsführer des BMW-Autohauses Märtin ist.

Auch für sein Unternehmen zieht er eine durchwachsene Bilanz. 70 BMW- und Mini-Fahrzeuge verkauften seine Mitarbeiter direkt in den Messehallen. „Aber wir gehen davon aus, dass auch im Nachgang noch einige Interessenten zu uns kommen werden“, erwartet Gutgsell.

Dass die Messe ganz generell den Absatz im Frühjahr in Schwung bringt, bestätigt auch Oliver Hauck, Inhaber des Hyundai-Autohauses Schmidt. „Viele Kunden kommen direkt nach der Messe ins Autohaus. Für gewöhnlich verkaufen wir im Anschluss noch einmal so viele Autos, wie direkt auf der Messe“, sagte Hauck. Darauf hofft er auch in diesem Jahr – denn auch bei ihm machte sich der Besucherrückgang in sinkenden Verkäufen bemerkbar.

Rund 300 Neufahrzeuge waren auf der Messe zu sehen – vom Kleinstwagen bis zum Supersportwagen. Einen wichtigen Teil nahmen die alternativen Antriebe ein. Auf fast jedem Stand waren elektrifizierte Modelle prominent platziert.

Elektromobilität im Fokus

Welche große Bedeutung die Elektromobilität für Freiburg an sich hat, wurde schon beim „Freiburger Automobilgespräch“ deutlich, das im Vorfeld der Messe stattfand. Neben den teilnehmenden Händlern und Herstellervertretern kamen Freiburgs Baubürgermeister Martin Haag sowie der Verkehrsminister des Landes Baden-Württemberg, Winfried Hermann, in die Freiburger Messehallen, um über die Mobilität der Zukunft zu diskutieren.

„Viele haben verständlicherweise Sorgen. Manche verhalten sich als Bremser, andere wiederum wollen den Wandel aktiv vorantreiben. Dazu möchte ich Sie ermutigen“, sagte der Verkehrsminister. Denn es bestehe kein Zweifel daran, dass Innenstädte entlastet und Emissionen gesenkt werden müssten. Baden-Württemberg wolle vom Autoland zum Mobilitätsland werden. „Werden Sie zum Mobilitätshaus“, forderte der Verkehrsminister die anwesenden Autohändler auf.

Die Automobilindustrie habe die Technologien, um den Wandel klimafreundlich umzusetzen. Man müsse es aber auch wollen. In Sachen alternative Antriebe sei das batterieelektrische Auto derzeit am weitesten fortgeschritten und am ehesten bezahlbar.

Zumindest die Freiburger hatten offenbar großes Interesse an der Elektromobilität. Diese Erfahrung machte auch Franz-Xaver Grünwald vom VW-Autohaus Gehlert: „Wir sind überrascht, welche Aufmerksamkeit der neue VW ID 3 brachte.“

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Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«