Huawei Automobilbau soll Smartphone-Einbruch abfedern

Autor: Andreas Grimm

Apple, Dyson oder auch echte Start-ups wie Aiways – das Elektroauto weckt den Unternehmergeist unterschiedlicher Anbieter. Neuerdings zählt Huawei zum Kreis potenzieller artfremden Anbieter. Komplett abwegig ist die Spekulation nicht.

Firmen zum Thema

Huawei steht für Smartphones, Telekommunikation und Cloud-Dienste. Spekulationen zufolge könnte auch noch ein E-Auto dazukommen.
Huawei steht für Smartphones, Telekommunikation und Cloud-Dienste. Spekulationen zufolge könnte auch noch ein E-Auto dazukommen.
(Bild: Huawei)

Neben Apple hat möglicherweise ein weiterer Elektronikriese Interesse am Einstieg in den Automobilbau. Laut der Nachrichtenagentur „Reuters“ will auch Huawei ein eigenes Fahrzeug auf den Markt bringen. Wie Reuters unter Berufung auf vier namentlich nicht genannte Quellen berichtet, könnten erste Fahrzeuge bereits in diesem Jahr auf den Markt kommen. Dazu sei Huawei in Gesprächen mit verschiedenen chinesischen Autobauern.

Ein Huawei-Sprecher dementierte die Spekulationen allerdings. Man sei kein Autobauer. Auch die genannten möglichen Partner wollten auf Reuters-Nachfrage die Gespräche nicht bestätigen oder sich nicht äußern.

Namentlich genannt wird als Produktionspartner der staatliche Autobauer Changan Automobile, der hierzulande kaum bekannt ist, außerhalb Chinas aber beispielsweise mit wachsendem Erfolg den russischen Markt bearbeitet. Vor einigen Jahren hatte Changan auch einen Auftritt auf der IAA in Frankfurt.

Huawei leidet unter US-Sanktionen

Für Huawei würde die Erschließung neuer Geschäftsfelder insofern sinnvoll sein, weil das Unternehmen seit zwei Jahren unter US-Sanktionen leidet. Die amerikanische Regierung befürchtet, dass die Huawei-Telefone von China für Spionagezwecke genutzt werden könnten. Entsprechend hat das Smartphone-Geschäft zuletzt gelitten. Ein Ende der Sanktionen ist auch unter dem neuen US-Präsidenten Joe Biden nicht abzusehen.

Die Annäherung von Huawei an E-Autos ist schon etwas älter. Bereits im Jahr 2019 hatte sich der Telekommunikationskonzern auf der Automesse in Shanghai präsentiert. Damals ging es aber vor allem um die Kernkompetenzen des Unternehmens: Cloud-Services, 5G-Standard und Netzwerke – sprich um schnelle Kommunikation der Systeme im Auto, mit dem Fahrer und datenbasierten Services.

Im Sommer letzten Jahres hatte es dann Meldungen über eine Zusammenarbeit von Huawei mit dem Batterie- und E-Fahrzeug-Hersteller BYD gegeben. Damals hieß es, BYD entwickle ein „Hi-Car“ genanntes Betriebssystem für seine Autos auf Basis des Harmony OS von Huawei. Auch mit Daimler, General Motors und SAIC ist das Unternehmen bereits Partnerschaften eingegangen. Schon jetzt besteht ein Joint Venture mit Changan und dem Batteriehersteller CATL, indem es um Ladetechnik geht.

(ID:47240660)

Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Fachredakteur Management & Handel, Redaktion »kfz-betrieb«