Automobile Abschiede 2016

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Das automobile Jahr 2016 hielt nicht nur viele Neuheiten bereit, es gab auch reichlich Gelegenheit, Fahrzeuge in den Ruhestand zu begleiten.Die Gründe dafür sind vielfältig.

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Das Golf Cabrio gehört zu den Fahrzeugen, die sich 2016 verabschiedet haben.
Das Golf Cabrio gehört zu den Fahrzeugen, die sich 2016 verabschiedet haben.
(Bild: VW)

Aufräumen, Ausmisten und Abschiednehmen: Das automobile Jahr 2016 hielt nicht nur viele Neuheiten bereit, es gab auch wieder reichlich Gelegenheit, Fahrzeuge in den Ruhestand zu begleiten. Sei es, dass der Rotstift das Ende einer Baureihe aus Kostengründen nötig machte, sei es, dass Platz für andere, rentablere Fahrzeuge geschaffen werden musste oder sei es, dass das eine oder andere Modell einfach nur reichlich betagt aufs Altenteil geschoben wurde.

Fangen wir bei V wie Volkswagen an. Beim sonst so erfolgsverwöhnten Konzern dürfte das Jahr 2016 als „Annus horribilis“ in die Geschichtsbücher eingehen. Nicht nur die finanziellen Konsequenzen aus den Dieselabgasmanipulationen belasten das Unternehmen. Eine Folge daraus: Es muss gespart werden. Nach dem Aus des Eos (2015) trifft es daher nun ein weiteres Cabrio aus dem Hause Wolfsburg. Der oben offene Golf ist in die Annalen eingegangen. Zwar verkaufte sich der Kompakte ohne festes Dach recht ordentlich, gemessen an den Verkaufszahlen des normalen Golf-Fahrzeugs aber nur marginal. Wer nun ein Cabrio mit VW-Emblem fahren möchte, muss zum Beetle greifen oder sich innerhalb des Konzerns bei Audi umsehen.

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In Rente schicken die Wolfsburger auch den CC. Das viertürige Coupé auf Basis des Passat war doch eher ein Nischenprodukt als ein Megaseller. Sein Wegfall soll denn auch Platz für das neue Flaggschiff machen, das Mitte 2017 auf den Markt kommt. Das aber nicht mehr auf die schnöden Kürzel CC hört, sondern den Namen Arteon trägt, und mit einer Länge von 4,90 Metern auch als Alternative für den ebenfalls, nach 14 Jahren Produktionslaufzeit eingestellten Phaeton herhalten soll. Die Produktionshallen des einstigen Prestigeobjekts, das sich hier zu Lande nie so recht gegen die gesetzten deutschen – auch konzerneigenen - Premiumwettbewerber behaupten konnte, bleiben aber nicht leer. So hat VW die Gläserne Manufaktur in Dresden nun zum Elektromobilitäts-Schaufenster umgewidmet.

Dort könnte auch der Audi R8 e-tron stehen. Er war mehr Versuchsträger als Erfolgsmodell und wurde nach kürzester Produktionszeit wieder aus dem Programm genommen. Der E-Sportler beeindruckte zwar mit 340 kW/462 PS und 920 Nm sowie mit einer elektrischen Reichweite von 450 Kilometer. Aber so ganz massentauglich war das Fahrzeug mit einem Preis von rund einer Million Euro dann doch nicht.

Bleiben wir noch ein wenig im gehobenen Umfeld. Rolls Royce schickt den Phantom aufs Altenteil. Die seit 2003 – die erste unter BMW-Regie – die liquide Kundschaft (ab rund 410.000 Euro) verwöhnende Luxuskarosse darf nun mit seinen fünf Vorgängergenerationen im Museum auf den Nachfolger warten. Dieser steht bereits in den Startlöchern und dürfte 2018 wieder mit allerlei Finessen den Erwartungen der Käufer gerecht werden. Damit das Warten sich kurzweilig gestalten lässt, gab es ein auf 50 Exemplare beschränktes Sondermodell samt exquisitem Picknickkorb. Wobei „Korb“ nicht die korrekte Bezeichnung ist. Die Kiste aus Walnussholz und Leder bietet reichlich Platz für edles Geschirr und Gläser. Auf dass Kaviar und Champagner stilecht genossen werden können.

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