Automobilsommer in Geislingen

Autor / Redakteur: Johannes Büttner / Johannes Büttner

Bis zum 25. Juni steht Geislingen ganz im Zeichen des Automobilsommers der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt. Den Auftakt der Veranstaltung bildete eine Podiumsdiskussion zur Zukunft der Mobilität.

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Initiator Prof. Stefan Reindl moderierte das Auftaktforum des Automobilsommers.
Initiator Prof. Stefan Reindl moderierte das Auftaktforum des Automobilsommers.
(Bild: HfWU)

Vielfältige Veranstaltungen rund um das Thema Auto bietet der siebte Geislinger Automobilsommer vom 19. bis 25. Juni. Den Auftakt dazu bildete ein „Mobilitätsforum“. Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft diskutierten über die Zukunft der Mobilität. Bis zum Ende der Woche beschäftigen sich noch zahlreiche weitere Events in Geislingen mit automobilen Trends. Die veranstaltende Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) rechnet mit insgesamt bis zu 15.000 Besuchern.

Gastgeber Professor Dr. Stefan Reindl, Studiendekan der Automobilstudiengänge an der HfWU und stellvertretender Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft, hatte zum Auftakt ein Panel versammelt, das die „Mobilität heute und morgen“ aus allen Blickwinkeln abklopfen sollte.

Thomas Weber, Geschäftsführer der BMW Bank, präsentierte darin den bayerischen Konzern als einen Hersteller, der sich längst zu einem umfassenden Dienstleister gewandelt habe. Der kommende Technologiesprung zum autonomen Fahren werde einen grundlegenden Wandel der Mobilität zur Folge haben, so Weber weiter. Immer weniger Fahrzeuge blieben in Privatbesitz, die Zukunft gehöre Flotten und Plattformen. Zusätzlich würden Software- und Internetgiganten Druck auf die etablierten Hersteller ausüben.

Neue Mobilitätskultur

Dass es sich bei den neuen Playern nicht nur um die Googles, Ubers und Apples dieser Welt handelt, zeigt Professor Dr. Søren Riis. Der Philosoph und Zukunftsforscher lehrt an der Roskilde Universität in Dänemark. Für ihn hat Mobilität vor allem eine soziale und gesellschaftliche Funktion. Auf seiner Plattform Go.More vereint er über zwei Millionen Mitglieder, die in Dänemark und Spanien eine Kombination aus Car- und Ride-Sharing-Angeboten nutzen. Riis hofft auf eine neue Mobilitätskultur.

Dass solche Veränderungen nicht freiwillig erfolgen, sondern regulatorische Eingriffe nötig seien, stellte Prof. Dr. Uwe Lahl klar. Für den Amtschef des baden-württembergischen Verkehrsministeriums sind die Schadstoffemissionen aus dem Straßenverkehr trotz aller Klimapolitik ein „Problembär“.

Keiner der Diskutanten ließ Zweifel daran, dass einerseits Mobilität erhalten werden müsse, diese andererseits aber nachhaltig gestaltet sein sollte. Auch HfWU-Professor Dr. Sven Kesselring mahnte, dass es nicht um weniger Beweglichkeit gehe, sondern um ein neues Verständnis. „Die Treibhausemissionen gehen überall zurück, außer im Verkehr“. Dies mache ihn zum Sorgenkind der Umweltpolitik.

Wie eine „neue Mobilität“ denn aussehen könne, wollte zum Abschluss Prof. Reindl von seinen Gesprächspartnern wissen. Die Antworten blieben eher vage. Riis räumte ein, dass sich sein dänisches Beispiel vor allem auf Kopenhagen und nicht auf ländliche Regionen beziehe. Kesselring bezeichnete es ebenfalls als große Herausforderung, in nicht-urbanen Gegenden Mobilität über Plattformen zu organisieren – und das zu vertretbaren Kosten. Außerdem gab er zu bedenken, dass Innovationen in Zukunft möglicherweise nicht mehr nur aus den Kernländern der Autoindustrie kommen würden, sondern auch aus Schwellenländern. Weber sieht seine Branche dagegen auf dem richtigen Weg, auch wenn die Hersteller immer noch „zu technisch unterwegs“ seien.

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