Autonom fahrender Transporter trotzt Extremwetter

Autor: Andreas Grimm

Starkregen oder Schnee erschweren die Umfeld-Erkennung für autonome Fahrsysteme. Diese Probleme will eine finnische Firma überwinden und testet nun einen computergesteuerten Kleinbus unter finnischen Wetterbedingungen.

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Der „Gacha Bus“ soll autonom fahren können und sich auch bei extremen Wetterbedingungen zurechtfinden.
Der „Gacha Bus“ soll autonom fahren können und sich auch bei extremen Wetterbedingungen zurechtfinden.
(Bild: Sensible 4)

In Finnland versucht sich eine japanisch-finnische Kooperation an einem allwettertauglichen autonomen E-Shuttle. Der Mini-Bus mit einer Kapazität für 16 Passagiere (10 Sitz- und 6 Stehplätze) soll im kommenden Jahr in Helsinki vorgestellt werden. Danach wird das „Gacha Shuttle Bus“ genannte Modell zur Erprobung in drei finnischen Städten auf die Straße gebracht – in Espoo, Vantaa, Hämeenlinna.

2021 soll dann eine ganze Flotte für den Einsatz im öffentlichen Transportverkehr zur Verfügung stehen. Derzeit suchen die Hersteller aber noch nach einem Produktionspartner und Investoren. Hinter der Idee stecken die japanische Firma Ryohin Keikaku, die für das Design zuständig ist. Der finnische Partner Sensible 4 liefert die Selbstfahrtechnik.

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Angetrieben wird der Gacha-Bus von einem elektrischen Allradantrieb, der das Gefährt auf maximal 40 km/h beschleunigt. Der Kleinbus ist 4,5 Meter lang, 2,5 Meter breite und 2,8 Meter hoch. Die Reichweite gibt Ryohin Keikaku mit etwas mehr als 100 Kilometern an. Serienmäßig ist das Fahrzeug schnellladefähig. Optional soll induktives Laden möglich sein.

Nach Angaben der Hersteller Sensible 4 soll sich das „Gacha Bus“ genannte elektrische Allrad-Fahrzeug besonders gut in Starkregen, Nebel oder Schnee zurechtfinden, da seine Sensoren und Steuergeräte unter arktischen Bedingungen getestet und abgestimmt werden. Die Hersteller erhoffen sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Robo-Taxen, die bei gemäßigterem Klima entwickelt werden.

Sensible 4 hat sich dem autonomen Fahren verschrieben. Die Gründer arbeiten nach Angaben des Unternehmens seit vielen Jahren an diesem Thema. Ziel ist die Entwicklung von Systemen, die in jeden autonomen Fahrzeugtyp integriert werden können.

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 Andreas Grimm

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Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«