Autos kaum gefragt: VW und Skoda verlängern Produktionspause

Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Keine Nachfrage, instabile Lieferketten: Volkswagen lässt in der Corona-Krise einige deutsche Werke vier Werktage länger geschlossen als ursprünglich geplant. Damit verlängert sich auch die Kurzarbeit für rund 80.000 Beschäftigte.

Firmen zum Thema

Für rund 80.000 Beschäftigte bei VW in Deutschland gilt bereits Kurzarbeit.
Für rund 80.000 Beschäftigte bei VW in Deutschland gilt bereits Kurzarbeit.
(Bild: Volkswagen)

Volkswagen verlängert in der Corona-Krise den Produktionsstopp in Deutschland um vier Werktage. Die deutschen Werke der Marke Volkswagen Pkw, von Volkswagen Nutzfahrzeuge und der Volkswagen Konzern Komponente setzen mit der Fertigung bis zum 9. April aus, teilte Volkswagen am Donnerstagabend in Wolfsburg mit.

Der Autobauer reagiert damit nach eigenen Angaben „vor allem auf die sinkende Nachfrage auf den Automobilmärkten und die Herausforderungen in der Lieferkette“. Parallel werde an einem möglichst schnellen Wiedereinstieg in die Produktion gearbeitet, hieß es.

Bei VW sind wegen unterbrochener Lieferketten, des krisenbedingt schwachen Autoabsatzes und der Infektionsrisiken seit der vergangenen Woche unter anderem alle deutschen Werken sowie Standorte in weiteren europäischen Ländern vorübergehend geschlossen. Zunächst war eine Schließung bis zum 5. April beschlossen worden.

Rund 80.000 VW-Mitarbeiter in Deutschland erhalten Kurzarbeitergeld, das vom Unternehmen von den regulär 60 beziehungsweise 67 Prozent (bei Mitarbeitern mit Kindern) des Nettolohns auf fast 100 Prozent aufgestockt wird. Grundlage für diese Ergänzungen sind Tarifvereinbarungen. Für die betroffenen Mitarbeiter der Volkswagen AG werde nun auch eine Verlängerung der Kurzarbeit beantragt, hieß es weiter. Es sei geplant, diese mit der Nachtschicht vom 9. April auf den 10. April enden zu lassen.

Diese Werke sind betroffen

Betroffen seien die Werke in Dresden, Emden, Osnabrück, Wolfsburg, Zwickau und von Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover sowie die Werke der Volkswagen Konzern Komponente in Braunschweig, Kassel, Salzgitter, Chemnitz, Hannover Komponente und die deutschen Werke der Sitech.

Beim Hochfahren der Produktion werde Volkswagen auch auf Erfahrungen in China zurückgreifen, wo mittlerweile fast alle Werke wieder produzierten und sich der Markt langsam zu normalisieren scheine.

Bänder bei Skoda stehen ebenfalls länger still

Auch die Volkswagen-Tochter Skoda verlängert die vorübergehende Schließung ihrer heimischen Werke. In Tschechien sollen die Bänder bis zum Morgen des 14. April stillstehen. Das geht aus einem Schreiben des Autobauers an die Mitarbeiter vom Freitag hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Man reagiere damit einerseits auf die behördlichen Einschränkungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie, hieß es. Andererseits sei die Nachfrage aufgrund der angeordneten Schließung der Autohäuser in Tschechien und anderen EU-Mitgliedstaaten „sehr niedrig“. Die Beschäftigten erhielten in der Zeit vom 30. März bis zum 14. April 75 Prozent ihres Durchschnittsverdiensts.

In den drei Skoda-Fabriken Mlada Boleslav, Kvasiny und Vrchlabi arbeiten rund 37.000 Menschen. Damit ist der Autobauer der größte Arbeitgeber in dem EU-Mitgliedstaat. Im vorigen Jahr liefen erstmals mehr als 900.000 Autos von den Fließbändern der tschechischen Skoda-Werke. Weltweit wurden 2019 mehr als 1,2 Millionen Autos ausgeliefert.

In Tschechien gab es nach Angaben des Gesundheitsministeriums bis Freitag 2062 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Neun Menschen starben.

(ID:46469315)