Autos von Mercedes und Audi sind am häufigsten von Pflicht-Rückrufen betroffen

Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Rund 750.000 Fahrzeuge mussten im ersten Halbjahr auf Anordnung des Kraftfahrt-Bundesamts in die Werkstatt. Am häufigsten traf es Modelle von Mercedes und Audi. Die Grünen üben aufgrund der Zahlen harsche Kritik an der Industrie und den Behörden.

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Das KBA ordnete im ersten Halbjahr Rückrufe für rund 850.000 Fahrzeuge an.
Das KBA ordnete im ersten Halbjahr Rückrufe für rund 850.000 Fahrzeuge an.
(Bild: KBA)

Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Grünen-Anfrage hervorgeht, hat das KBA im ersten Halbjahr 2020 für 174 Pkw-Rückrufe eine Überwachung angeordnet. Davon sind 154 Rückrufe auf sicherheitsrelevante und 20 auf umweltrelevante Gründe zurückzuführen. Betroffen waren wegen Sicherheitsmängeln insgesamt rund 750.000 Fahrzeuge, der größte Teil entfiel auf die Hersteller Mercedes und Audi. Dazu kamen rund 100.000 Rückrufe aus Umweltgründen.

Aus Sicht der Grünen ist die Zahl der Rückrufe damit besorgniserregend hoch. Der stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Oliver Krischer, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Das hat auch etwas mit den immer stärker verwendeten Baukastensystemen zu tun, bei denen identische Teile in immer mehr Modellen verbaut werden.“ Krischer kritisierte außerdem den Kurs des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA).

Krischer: KBA „nur der verlängerte Arm“ der Hersteller

„Mit der Situation insgesamt kann man nicht zufrieden sein“, so Krischer. Das Kraftfahrt-Bundesamt reagiere größtenteils nur auf Information der Autohersteller und sei „eigentlich nur der verlängerte Arm bei der Behebung von Produktfehlern und schickt entsprechende Briefe an die Pkw-Halter“, monierte der Grünen-Politiker. „Es gibt kaum eigene Untersuchungen, insbesondere ob die Herstellerangaben zu Problemen nicht untertrieben sind.“ Es wäre wichtig, dass das Kraftfahrt-Bundesamt proaktiv schaue und sich nicht nur auf die Angaben der Hersteller verlassen müsse.

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