Autoterminal Bremerhaven Deutschlands größte Werkstatt

Von Susanne Roeder/sp-x

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Die größte Autowerkstatt Deutschlands steht in Bremerhaven. Repariert werden aber nur fabrikneue Fahrzeuge. Umgeparkt wird auch eine Menge.

Am Autoterminal Bremerhaven wird schnell und genau gearbeitet: Ankommende Hyndai-Modelle werden vor dem Weitertransport kurzfristig abgestellt und auf Fehler überprüft.
Am Autoterminal Bremerhaven wird schnell und genau gearbeitet: Ankommende Hyndai-Modelle werden vor dem Weitertransport kurzfristig abgestellt und auf Fehler überprüft.
(Bild: Hyundai)

Der Hafen von Bremerhaven duelliert sich mit dem belgischen Seehafen Zeebrugge um Platz eins als Europas größter Umschlagplatz für Autos. Der koreanische Hyundai-Konzern nutzt den Standort für den Import seiner in Asien gefertigten Modelle, um sie von dort aus in Deutschland und anderen europäischen Ländern zu den Händlern zu bringen.

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Von den beiden Häfen des Autoterminals Bremerhaven ist der Kaiserhafen Dreh- und Angelpunkt für die Koreaner. Hier landen die Schiffe mit den Fahrzeugen des Volumenherstellers an. Der Nordhafen ist hauptsächlich für den Export bestimmt, von hier aus treten zum Beispiel Modelle von Mercedes oder BMW ihre Reise nach Übersee an.

30.000 Dollar am Tag

Pro Schiff werden abhängig von dessen Größe 3.000 bis 5.000 Pkw an Land gebracht. „Bis all diese Fahrzeuge von Bord sind, dauert es bei hochpräziser Schnelligkeit eineinhalb bis zwei Tage“, erklärt Mirko Franke vom Seehafen- und Logistikdienstleisters BLG. Die Eile hat einen Grund: Pro Liegetag fallen 30.000 Dollar an. Gearbeitet wird deshalb fast 365 Tage rund um die Uhr und das normalerweise im Dreischicht-Betrieb.

Am Kaiserhafen, der seinen Namen seiner Entstehung im Jahr 1872 verdankt, herrscht wie überall am Autoterminal Bremerhaven ein ständiges An- und Ablegen, das wie Ebbe und Flut streng nach Plan verläuft. Zubringerbusse bringen die Fahrer der wertvollen Fracht zum Schiff und holen sie nach deren Rangierarbeitern zum nächsten Einsatz wieder ab. Die Fahrer wissen genau, welches Fahrzeug sie wohin zu kutschieren haben.

2,4 Millionen Quadratmeter Fläche

Seit Mai dieses Jahres gibt es ein Joint Venture zwischen BLG und Glovis, einer Hyundai-Tochterfirma. Das baut das Terminal sukzessive als Hub für seine Automobiltransporte zwischen Asien und Europa aus. Besonders wichtig dabei sind zwei festgelegte Liegeplätze für die Schiffe sowie eine Vorstaufläche für die Fahrzeuge, um die Transportwege der Fahrzeuge zu verringern.

Auf der gewaltigen Fläche von 2.400.000 Quadratmetern gibt es 95.000 Stellplätze und zusätzlich neun sogenannte Parkregale für derzeit 45.000 Fahrzeuge. Bald soll Platz für 75.000 Fahrzeuge sein. Schließlich bevorzugt jeder Hersteller einen überdachten Platz.

Schon die Bezeichnung Parkregal weist darauf hin, dass es nicht ums Parken in einer Garage geht, befinden sich die Fahrzeuge doch auf möglichst rascher Durchreise zu ihrem letztendlichen Ziel. Dort warten die Autohäuser und deren Kunden auf ihre Bestellungen.

Wachs auf der Karosserie

Wenn ein Hyundai nach dem weiten Seeweg aus Asien mit seinen Reifen erstmals deutschen Boden berührt, ist er noch nicht straßentauglich. Vor dem Weitertransport auf der Schiene oder dem Tieflader zum Kunden müssen die Profis von BLG erst mal Hand anlegen. So haben die ankommenden Fahrzeuge einen Wachsschutz für die Karosserie, der vor dem Weitertransport entfernt wird und die Zollformalitäten müssen auch noch erledigt werden.

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