ZF Autozulieferer verzeichnet 2020 dickes Umsatzminus

Autor / Redakteur: dpa / Viktoria Hahn

Gerissene Lieferketten und eine stillstehende Produktion haben dem Zulieferer ZF zu Beginn der Corona-Krise schwer zugesetzt. Es sind jedoch nicht die einzigen Gründe, warum der Konzern das Jahr 2020 mit einem drastischen Minus abschließt.

ZF hat besonders zu Beginn der Corona-Pandemie Anfang 2020 erheblich gelitten.
ZF hat besonders zu Beginn der Corona-Pandemie Anfang 2020 erheblich gelitten.
(Bild: ZF Friedrichshafen AG)

Angesichts der Turbulenzen in der Autobranche und gestiegener Kosten für Investitionen und Abfindungen hat der Autozulieferer ZF das vergangene Jahr mit starken Umsatzrückgängen und einem Nettoverlust abgeschlossen. Wie das Friedrichshafener Unternehmen am Montag auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte, sanken die Erlöse im Jahresvergleich um rund elf Prozent auf 32,6 Milliarden Euro.

Zum Nettoergebnis machte der Konzern noch keine konkreten Angaben, kündigte jedoch an, dass es „deutlich negativ” ausfallen werde. Detaillierte Angaben will das Unternehmen am 18. März bei seiner Bilanz-Pressekonferenz machen. Im Jahr 2019 hatte ZF noch einen kleinen Gewinn von 350 Millionen Euro erwirtschaftet.

Umsatzminus von 27 Prozent Ende Juni

ZF hat zu Beginn der Corona-Pandemie erheblich gelitten, als in der Autoindustrie zeitweise die Lieferketten gerissen waren und die Produktion stillstand. Allein bis Ende Juni belief sich das Umsatzminus im Jahresvergleich auf 27 Prozent. Vom Frühsommer an liefen die Geschäfte wieder besser, auch dank eines spürbaren Aufschwungs im Auto-Wachstumsmarkt China.

Das deutliche Minus im Jahresergebnis führt der Konzern auch auf „hohe Vorleistungen für Zukunftsaufgaben” zurück, ohne darauf im Detail näher einzugehen. Damit dürften neben Abfindungen für ein laufendes Stellenabbauprogramm vor allem Investitionen in neue Technologien gemeint sein.

Der Konzern hatte im Herbst 2018 angekündigt, innerhalb der folgenden fünf Jahre mehr als 12 Milliarden Euro in die E-Mobilität und das autonome Fahren zu stecken. Im Gegenzug sollen etliche Jobs in anderen Bereichen abgebaut werden – weltweit in den nächsten Jahren bis zu 15.000, wie der Konzern Mitte des vergangenen Jahres bekanntgegeben hatte.

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