Bald 150 Jahre Bald

Autor / Redakteur: Stephan Richter /

Das Autohaus Bald mit Hauptsitz in Siegen öffnet das eigene Geschichtsbuch und berichtet von den Anfängen des Unternehmens sowie den 150 Jahren Firmengeschichte.

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Das Konferenzzimmer im Autohaus Bald in Siegen gleicht vielen anderen Büroräumen dieser Welt. Über den Dächern der Stadt ist es ein Leichtes, das Firmengelände zu überschauen, dessen Gebäude sich wie eine Perlenkette an der stark befahrenen Leimbachstraße aufreihen.

Erst der Blick an die Zimmerwände offenbart die weitreichende Geschichte des Unternehmens: Dankesbriefe, Gründungsurkunden, Anerkennungsschreiben und alte Visitenkarten aus dem 19. Jahrhundert sind Zeichen aus einer Zeit, in der es noch gar keine Automobile gab.

Vielmehr gründete der Wagenbauer Heinrich Bald 1862 eine Wagenfabrik mit Dampfbetrieb und legte den Grundstein für das heutige Unternehmen Bald in Siegen. Der ursprüngliche Plan war es, Kutschen und Lieferwagen zu fertigen. Und zwar ein Jahr nachdem die Ruhr-Sieg-Bahn und die Eisenbahnstrecke zwischen Siegen und Köln eingeweiht worden waren. Der Trend ging zur Schiene, Fuhrunternehmer protestierten. Nur Heinrich Bald behielt den Weitblick, dass die Konsumenten auch zukünftig den Wunsch haben würden, Reiseverkehr und Beförderungen von Gütern aller Art mit eigenem Gefährt zu tätigen.

Regional verbunden

Heute zählt das Unternehmen neun Standorte und vertritt Mercedes-Benz, Smart, Audi und Volkswagen, sodass die Geschichte des Automobils im Siegerland scheinbar untrennbar verbunden ist mit dem Namen Bald. Über fünf Generationen hinweg leiteten immer Mitglieder der Familie die Geschicke der Firma. Auch heute noch befindet sich das inzwischen 500 Mitarbeiter starke Unternehmen in Familienhand.

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Von Generation zu Generation

Wie bei vielen mittleren und größeren Firmen des Siegerlands war der Beginn recht bescheiden, und das Unternehmen wurde erst allmählich mit großem Fleiß, guten Leistungen und anspruchsvoller Lebensweise Stufe um Stufe weiterentwickelt. Heinrich Bald baute die Wagenfabrik auf, und seine Söhne und Enkel führten das Geschäft weiter. Dabei konnten Kriege, Geldentwertungen und Brände das Gedeihen nicht verhindern.

Über fünf Generationen zieht sich die Unternehmensgeschichte. Schon früh teilten sich die Familienmitglieder die Aufgaben. Die künstlerisch talentierte Ehefrau des Gründers und später deren Sohn, Fritz Bald sen., malten Monogramme, Firmen- und Reklameschilder sowie Strichabsetzungen an den Rädern und Drehgestellen der Kutschen und Geschäftswagen. Heinrich Bald sen. betreute den Betrieb, und Fritz Bald sen. war für die kaufmännischen und technischen Büroarbeiten mit Entwürfen und Bauzeichnungen für die verschiedenen Aufträge zuständig. Allein und per Fahrrad erledigte er die Akquisition in einem Umkreis von 60 Kilometern. Einem Gebiet, in dem heute 22 Verkäufer für das Automobilgeschäft zuständig sind.

Der Vertrieb von Automobilen begann im Jahr 1906 mit der Verkauf von Dixi-Limousinen und zwei Jahre später mit Horch-Wagen. Im Jahr 1911 wurde der Firma Heinrich Bald der Verkauf von Benz-Pkw und -Lkw übertragen. Nach der Fusion der Daimler-Motoren-Gesellschaft und der Benz-Cie., Rheinische Automobil- und Motorenfabrik, dehnte das Unternehmen 1926 die Verkaufsorganisation auf die Daimler-Benz AG aus. Seit dieser Zeit ist die Firma Bald für den Vertrieb von Mercedes-Benz-Wagen eingesetzt.

Ab diesem Zeitpunkt standen neue Gebäude auf dem Plan: Reparaturhallen, Bürogebäude und Ersatzteillager; alles brauchte seinen Platz. Vor allem, da sich auch die Erzeugnisse der Daimler-Benz-Werke verbesserten, höhere Geschwindigkeiten erlangten und optimierte Fahreigenschaften vorwiesen.

Hohe Ansprüche

1955 errichtete das Unternehmen daher die erste Filiale in Altenkirchen. Damit auch das Haupthaus in Siegen den Ansprüchen Folge leisten konnte, erwarb das Autohaus Bald im August 1960 ein 25.000 Quadratmeter großes Grundstück, auf dem nach zwei Jahren der Bau der heutigen Geschäftsräume begann.

Mit heutigem Stand sind es neben dem Hauptbetrieb in Siegen weitere acht Filialen, die im wesentlichen Dienstleistungsfunktionen ausüben und teilweise auch mit Ausstellungs- und Verkaufsräumen versehen sind. Dazu zählen Dillenburg, Betzdorf, Waldbröl, Bad Marienberg, Altenkirchen, Kreuztal und Rennerod.

Diese lange Unternehmensgeschichte bietet allerlei Anlass zu feiern: Firmenjubiläen und Ehrungen langjähriger Mitarbeiter. Innerlich bereitet sich das Unternehmen auf das Jahr 2012 vor, für das schon jetzt das 150-jährige Firmenbestehen groß im Kalender steht. ?

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