Aiways Bank 11 übernimmt die Finanzierung chinesischer Elektro-SUV

Autor: Andreas Grimm

Mit der Verkündung eines Finanzierungspartners hat der chinesische Autobauer Aiways nun alle Elemente beisammen, um als vollwertiger Konkurrent der etablierten Hersteller durchzustarten. Vertrieb und Service waren vorher schon geklärt gewesen. Die ersten U5-Modelle sind auch schon ausgeliefert.

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Für den Neuwagenvertrieb setzt Aiways neben dem Online-Direktvertrieb auch auf die Elektronikkette Euronics.
Für den Neuwagenvertrieb setzt Aiways neben dem Online-Direktvertrieb auch auf die Elektronikkette Euronics.
(Bild: Aiways)

Der chinesische Hersteller Aiways arbeitet in der Absatzfinanzierung künftig mit der Bank 11 zusammen. Damit hat der Autobauer einen weiteren Baustein der Präsenz in Deutschland hinzugefügt, um im Automobilvertrieb mit anderen Herstellern zu konkurrieren. Nach dem Vertriebsnetz, der Ersatzteilversorgung und der Service-Kooperation mit der Werkstattkette ATU ist nun auch die Finanzierung des Fahrzeugkaufs sichergestellt.

Für den Neuwagenvertrieb setzt Aiways neben dem Online-Direktvertrieb auch auf die Präsentation und Erklärung des bisher einzigen Modells, des Elektro-SUVs U5, auf die Elektronikkette Euronics, deren Verkäufer auch die Begleitthemen wie Wallbox-Installationen und Ladeinfrastruktur im Kundengespräch behandeln sollen. Da die Fahrzeugfinanzierung aber inzwischen eine entscheidende Dienstleistung im Automobilvertrieb ist, hatte Aiways nach einem Finanzierungspartner gesucht und in der Bank 11 nun gefunden.

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Die Bank 11 unterstütze ihre Partner nun „mit attraktiven Finanzierungslösungen“, heißt es in einer Mitteilung des Finanzdienstleisters. Das Unternehmen sieht darin auch einen strategischen Schritt, um „unsere Expertise und Wahrnehmung auf dem Elektromobilitätsmarkt ausbauen und innovative Vertriebsmodelle erproben zu können“. Vor einigen Monaten hatte die Bank 11 mit speziellen Konditionen für Elektro- und Hybridmodelle erstmals in der E-Mobilität Fuß gefasst.

Die U5-Modelle von Aiways stehen seit Mitte November bei den Elektrofachhändlern für Probefahrten bereit. Die ersten Fahrzeuge wurden bereits auch ausgeliefert. Umso wichtiger wird eine funktionierende Ersatzteilversorgung. Diese gewährleistet Aiways vorerst über ein europäisches Zentrallager in den Niederlanden. Die Teilestation entstand nahe des Flughafens Schiphol bei Amsterdam auf rund 12.000 Quadratmetern. Mitarbeiter des Logistikpartners Lux-Mate Europe BV sollen dafür sorgen, dass rund 90 Prozent des erwarteten Bedarfs abgedeckt werden.

Die benötigten Teile erreichen laut Importeur die nationalen Servicepartner in 1 bis 3 Tagen. Gut 600 Teilepositionen sind den Angaben zufolge auf Lager. Dazu zählen auch unfallgefährdete Karosserieteile und alle Komponenten des Hochvolt-Systems.

Besonders einfach ist dabei sicherlich die Belieferung der Servicepartner in den Niederlanden, wo Aiways vor Kurzem ebenfalls mit einem nationalen Partner gestartet ist. Die Chinesen kooperieren dort mit der „Aiways Distributie Nederland BV“. Das neu gegründete Unternehmen von Inhaber Jan Nigten und Geschäftsführer Henk Kassens knüpft an das bisherige Geschäftsmodell an: Zuvor hatten die Unternehmer schon Elektroautos an Leasingunternehmen verkauft.

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«