Banken der Automobilhersteller wachsen weiter

Autor / Redakteur: Joachim von Maltzan / Joachim von Maltzan

Die Autobanken verzeichnen Zuwächse im Privatkundenbereich und im gewerblichen Geschäft sowie ein starkes Wachstum im Gebrauchtwagensegment.

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(Bild: Pro Motor / Volz)

Die Finanztöchter der Automobilkonzerne haben die erste Jahreshälfte 2017 erfolgreich abgeschlossen und konnten damit maßgeblich zur positiven Entwicklung des deutschen Automobilmarkts beitragen. Wie die „Banken der Automobilwirtschaft“ (BDA), die Dachorganisation der herstellerverbundenen Banken und Leasinggesellschaften in Deutschland, mitteilte, brachten die Herstellerbanken in den ersten sechs Monaten des Jahres mit ihren Finanzdienstleistungen rund 816.000 Neufahrzeuge im Wert von 21,8 Milliarden Euro (+8 Prozent) auf die Straße. Ihren Vertragsbestand, also die Summe aller Leasing- und Finanzierungsverträge in den Büchern der Autobanken, konnten sie auf den Rekordwert von über 117,4 Milliarden Euro (+10 Prozent) ausbauen.

Ein solides Wachstum erzielten die Herstellerbanken im ersten Halbjahr bei privaten Kunden: Mit rund 399.000 Neuverträgen steigerten sie das Vertragsvolumen um zehn Prozent auf 8,6 Milliarden Euro. Wesentlicher Wachstumstreiber war hier insbesondere das Privatleasing mit einem Plus von 14 Prozent. „Diese deutliche Steigerung zeigt, dass wir mit unserer Produktgestaltung und unserer Angebotspolitik den Nerv der Verbraucher treffen“, erläutert Anthony Bandmann, Sprecher des BDA.

Auch das Geschäft mit Unternehmen und gewerblichen Kunden zeigte sich im ersten Halbjahr erneut als eine verlässliche Säule. Die herstellerverbundenen Finanzdienstleister schlossen bis Ende Juni über 412.000 gewerbliche Leasing- und Finanzierungsverträge im Wert von rund 13 Milliarden Euro ab und konnten damit um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zulegen. „Damit können die Autobanken insgesamt überaus zufrieden auf die Neugeschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2017 blicken“, sagt Bandmann.

Starke Nachfrage nach hochwertigen Gebrauchtfahrzeugen

Auch im Geschäft mit jungen Gebrauchtfahrzeugen verzeichneten die herstellerverbundenen Autobanken in den ersten sechs Monaten erneut eine starke Nachfrage. Mit rund 341.000 Gebrauchtwagen im Wert von über 5,7 Milliarden Euro konnten die Finanztöchter der Automobilkonzerne um 15 Prozent zulegen. „Hier zeigt sich, dass die Herstellerbanken das vorhandene Wachstumspotenzial im hart umkämpften Gebrauchtwagensegment sehr gut nutzen“, erläutert Christian Ruben, ebenfalls BDA-Sprecher. „Ein wesentlicher Erfolgsschlüssel liegt für die Herstellerbanken darin, dass sie ihre breite Produktpalette aus dem Neuwagenbereich immer mehr auf das Geschäft mit hochwertigen Gebrauchten übertragen, zum Beispiel durch Versicherungs-, Service- oder Garantieleistungen.“

Derartige Mobilitätsdienstleistungen, also autonahe Dienstleistungen über Finanzierung und Leasing hinaus, standen auch im ersten Halbjahr 2017 unverändert hoch im Kurs bei den Kunden der Autobanken. Die herstellerverbundenen Finanzdienstleister schlossen in der ersten Jahreshälfte fast 1,5 Millionen zusätzliche Dienstleistungsverträge ab und blieben damit auf dem guten Niveau des Vorjahreszeitraums. Damit kommen auf jeden Finanzierungs- bzw. Leasingvertrag der Herstellerbanken durchschnittlich fast zwei weitere Services und Versicherungsleistungen für Kunden.

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