Batterierecycling: Neues Lithium statt Schlacke für den Straßenbau

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Duesenfeld: Batterien schreddern und Metalle trennen

Es gibt allerdings schon heute ein einsatzfähiges Verfahren, das die Batterierohstoffe zu 91 Prozent wiedergewinnt. Es wurde an der TU Braunschweig entwickelt und wird nun von der Firma Duesenfeld aus Wendeburg (Niedersachsen) eingesetzt. Die patentierte Methode verwendet mechanische, thermodynamische und hydrometallurgische Prozesse und gewinnt damit neben den hochwertigen Metallen Kupfer, Nickel und Kobalt auch den Graphit, die Elektrolyten und das Lithium zurück – und zwar in Form hochwertiger Sekundärrohstoffe bis hin zu Batteriequalität.

Das Verfahren ist sogar mobil einsetzbar: Alle Prozessschritte lassen sich in zwei normalen 40-Fuß-Seecontainern zusammenfassen. Diese können beispielsweise als lokale Sammelstelle dienen, womit der aufwendige Versand der Altbatterie entfällt.

Audi: Akkus zu Powerbanks

Eine noch viel bessere Möglichkeit, mit ausgedienten Lithium-Ionen-Batterien umzugehen, ist die Weiterverwendung. Nicht überall sind die Anforderungen an das Speichervermögen so hoch wie im Auto, weshalb beispielsweise ausgediente E-Auto-Batterien immer noch als Energiespeicher für den Haushalt verwendet werden können.

Ein anderes Beispiel kam jüngst von Audi: Die Audi-Stiftung für Umwelt fördert das gemeinnützige Start-up Nunam des deutsch-indischen Gründers Prodip Chatterjee. Nunam kauft ausrangierte Laptop-Akkus von Schrotthändlern im indischen Bundesstaat Karnataka und nutzt deren Batteriezellen für stationäre Energiespeichersysteme.

Die daraus hergestellten Powerbanks können Niedrigstromverbraucher wie Smartphones, Ventilatoren oder Lampen versorgen und Menschen in ländlichen Gebieten Indiens als Stromquelle dienen. Eine solche Weiterverwendung wäre für Batteriezellen aus E-Mobilen ebenfalls denkbar.

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