Behicle: Sicher unterwegs im Kleinst-Fahrzeug

ZF beteiligt sich an EU-Forschungsprojekt

| Autor: Sven Prawitz

Das „Behicle“ soll als erstes Leichtelektromobil die 5-Sterne-Höchstwertung im Euro-NCAP erreichen.
Das „Behicle“ soll als erstes Leichtelektromobil die 5-Sterne-Höchstwertung im Euro-NCAP erreichen. (Bild: ZF Friedrichshafen)

ZF hat sich als Systempartner in das EU-Projekt Behicle eingebracht: Die Abkürzung steht für „BEst in class veHICLE“. Ziel war, für vierrädrige Leichtelektromobile (LEM auch Quadricycles genannt) wirksame Sicherheitssysteme für die Insassen zu entwerfen. Die Sicherheitsexperten des Zulieferers entwickelten für das Fahrzeug die passiven Rückhaltesysteme: einen speziellen Vierpunkt-Sicherheitsgurt sowie neuartige Curtain- und Seiten-Airbags.

Am gefragtesten im Wachstumsmarkt der Mikromobilität sind City-Stromer wie der Renault Twizy, die maximal 15 kW bereitstellen und leer und ohne Batterien höchstens 400 Kilogramm wiegen. Doch die konstruktiven Besonderheiten dieser ultra-leichten Fahrzeuge, etwa ein mittiger Fahrersitz und fehlende B-Säulen, bedeuteten eine große Herausforderung für den Insassenschutz. Was möglich ist, zeigt das Behicle-Forschungsprojekt der Projektpartner Tecnalia, Business Innovation Brokers, Insero E-Mobility, Grupo Antolin, TU Berlin, TRL und ZF.

Das Behicle-Konzept

Der als „Top Belt“ konstruierte Vierpunkt-Sicherheitsgurt erhöht im Crashfall das Schutzpotenzial gegenüber konventionellen Dreipunkt-Systemen. Im Behicle sind zwei Aufroller mit integriertem Straffer und Gurtkraftbegrenzer im hinteren Dachbereich integriert. Zum Anschnallen ragen die beiden Schlosszungen seitlich vor dem Fahrerkopf und damit griffgünstig aus dem Dachhimmel. Die entsprechenden Gurtschlösser sitzen links und rechts des Fahrersitzes und sind für den Fahrer dank Beleuchtung leicht zu finden.

Die Gurte sind zudem mit der aus dem Serieneinsatz bekannten DLT („dynamic locking tongue“) ausgestattet: Ein kleines Bauteil in der Gurtzunge koordiniert im Crashfall die Rückhaltekräfte des Gurtes so, dass Brust- und Schulterbereich der Insassen weniger belastet werden als der Beckenbereich.

Zusätzlich tragen neue, verstärkte Seitenairbags (SAB) von ZF dazu bei, die entsprechenden Crashtest-Anforderungen zu erfüllen. Im Gegensatz zu konventionellen Fahrzeugen mussten die Rückhaltesysteme anstatt in der Sitzlehne im Alu-Türträger unterkommen. Außerdem berücksichtigt die SAB-Auslegung, dass der mittige Fahrersitz mehr Raum zwischen Fahrer und Tür lässt und dass sich die Airbags nicht mehr mit dem Sitz längsverstellen. Weiteren Schutz bei Seitencrashs leisten die Curtain-Airbags, die mit externen Haltegurten entlang der A- und C-Säule positioniert sind.

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