Bei Gast strahlt nicht nur der Scheinwerfer richtig

Bosch Car Service Gast auf Platz acht des deutschen Werkstattpreises 2016

| Autor: Ottmar Holz

30.000 Euro hat der Bosch Car Service Gast allein in den Bereich Scheinwerferprüfung/Spureinstellung investiert.
30.000 Euro hat der Bosch Car Service Gast allein in den Bereich Scheinwerferprüfung/Spureinstellung investiert. (Bild: Holz / »kfz-betrieb«)

Seit 2006 existiert der Betrieb von Peter Gast im Gebäude ­eines ehemaligen Hyundai-Händlers an der kleinen Automeile im sachsen-anhaltinischen Zerbst. Gast wagte bereits 2002 den Schritt in die Selbstständigkeit, damals noch als 1a-Partnerbetrieb. Doch der alte Firmenstandort war nicht besonders repräsentativ, Audi- oder BMW-Fahrer fühlten sich vom dortigen Ambiente nicht angesprochen. „Im jetzigen Gebäude kann der Betrieb die Kundschaft mit höheren Erwartungen und Ansprüchen besser bedienen“, erläutert Serviceberaterin Nadine Früchtel die Kaufentscheidung ihres Chefs. Ein Edeka-Center und ein nahegelegener Toom-Baumarkt helfen den Kunden, eventuelle Wartezeiten sinnvoll zu nutzen.

Das Marktumfeld ist nicht einfach, denn die Region leidet unter der Abwanderung der jungen Bevölkerungsschichten. Doch der Betrieb lässt sich einiges einfallen, um an neue Kunden zu kommen. Neben dem Privatkundenmarkt nimmt das Unternehmen verstärkt gewerbliche Kunden in den Fokus. Nadine Früchtel konnte bereits über 20 Kleinflotten von ortsansässigen Unternehmen für ihren Kfz-Betrieb gewinnen, darunter auch die Stadtwerke, Baufirmen sowie einen Nahrungsmittelproduzenten. Dennoch gibt sich Früchtel nicht zufrieden, denn an die lukrativen großen Leasinggesellschaften kommt der Betrieb nicht heran; hier vermisst Früchtel auch die Unterstützung durch die Systemzentrale in Karlsruhe.

Da der Betrieb keinen Fahrzeughandel betreibt, fehlt der Werkstatt diese Kundenquelle. Das Werkstattteam versucht hier mit ausführlicher Beratung der Kunden mit Neukaufabsicht gegenzusteuern. Die Serviceberaterin und der Werkstattmeister Maik Beutelmann informieren die potenziellen Neuwagenkäufer darüber, dass sie ihre Herstellergarantie auch dann behalten, wenn sie ihr neues Fahrzeug beim Bosch Car Service Gast nach den Herstellerrichtlinien warten lassen.

Der Betrieb hat die Gefahr für freie Werkstätten erkannt, die von den immer ausgefeilteren Kundenbindungsmaßnahmen der Automobilhersteller ausgeht. Daher ist die Firma bei der Bosch-Tochter Drivelog gelistet; auch das seit Langem angekündigte Zusatzmodul „Drivelog Connect“ wird sich der Betrieb aufmerksam ansehen.

Deutscher Werkstattpreis 2016: Topmoderne Servicebetriebe

Neben den Werbemitteln des Systemgebers setzt die Firma jetzt verstärkt auf personalisierte Werbung. Die Anschreiben an Geschäftskunden zeigten ein Bild des jeweiligen Ansprechpartners, die normalen Werbekanäle wie Sportvereine und Brötchentüten bespielt die Firma ebenfalls.

Mehrere Standbeine

Freie Werkstätten können auch Autoglas – hier hat sich der Betrieb ebenfalls professionell aufgestellt und ist dem System „Autoglas-Spezialist“ beigetreten. Die 150 Euro Gebühr bezahlt der Betrieb gern, denn die gesamte Abwicklung mit den Versicherungen läuft über die Software des Lizenzgebers. Technische Informationen und ein Webauftritt sind ebenfalls im Paket dabei. Drei bis vier Scheiben pro Woche tausche der Betrieb aus, berichtet die Serviceberaterin. „Ansprechen, erklären und an der Scheibe zeigen“ ist Nadine Früchtels Erfolgsrezept. Die Abschlussquote ist hoch – siebzig Prozent der angesprochenen Kunden lassen die Reparatur auch durchführen.

Technisch ist der auf Audi spezialisierte Betrieb für den Austausch bestens gerüstet: Letztes Jahr investierte Peter Gast 30.000 Euro in einen modernen Kombinationsarbeitsplatz mit 3-D-Achsvermessung, digitalem Scheinwerfereinstellgerät und den Kalibriereinrichtungen für optische und radarbasierte Fahrerassistenzsysteme.

Diese Investition in die Zukunft hat der Betrieb auch beim Wettbewerb publik gemacht: „Wir haben andere Werkstätten eingeladen und gezeigt, dass wir das können“, berichtet Werkstattmeister Maik Beutelmann. Der Plan ging auf; mittlerweile bringen auch Vertragshändler von Mercedes bis Skoda ihre Fahrzeuge zum Einstellen, berichtet Nadine Früchtel.

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