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Belastetes Verhältnis zu Herstellern: Kfz-Branche erwartet keine Besserung

Autor: Christoph Seyerlein

Laut aktuellem Markenmonitor waren Markenhändler mit ihren Herstellern und Importeuren noch nie so unzufrieden wie zuletzt. Während letztere auf eine schnelle Kehrtwende hoffen, bewertet das Kfz-Gewerbe auch die Zukunftsaussichten deutlich pessimistischer, wie eine Umfrage von »kfz-betrieb« zeigt.

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Am unzufriedensten waren bei der aktuellen Markenmonitor-Umfrage Suzuki-Händler mit ihrem Importeur. Sie verteilten im Durchschnitt die Note 3,89.
Am unzufriedensten waren bei der aktuellen Markenmonitor-Umfrage Suzuki-Händler mit ihrem Importeur. Sie verteilten im Durchschnitt die Note 3,89.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Der Absturz war rapide: Bewerteten Markenhändler die Beziehung zu ihren Herstellern und Importeuren bei der Markenmonitor-Befragung des Instituts für Automobilwirtschaft (Ifa) 2018 noch mit der Durchschnittsnote 2,5, fiel der Wert in diesem Jahr auf 3,1. Ein historisch schlechtes Ergebnis, nie zuvor hatten sich die Unternehmer bei der Erhebung unzufriedener gezeigt.

Im Rahmen des Ifa-Branchengipfels äußerten mehrere Hersteller- und Importeursvertreter die Annahme, die Ergebnisse könnten unter dem Eindruck der Corona-Krise entstanden sein, die die Stimmung im Handel deutlich verschlechtert haben dürfte. Sobald wieder etwas mehr Normalität einkehre, stiege auch die Zufriedenheit der Händler wieder, so die Hoffnung.

Doch die Kfz-Branche selbst sieht das aktuell anders. Bei einer Umfrage von »kfz-betrieb« via Instagram gaben 77 Prozent an, dass sie nicht an eine baldige Verbesserung der Beziehungen zwischen Herstellern, Importeuren und Händlern glauben. Insgesamt nahmen an der Abstimmung binnen 24 Stunden 2.096 User teil.

Beim Markenmonitor 2020 konnte sich im Vergleich zu 2018 nur ein Fabrikat verbessern. Mitsubishi-Händler bewerteten ihren Importeur mit der Durchschnittsnote 2,31 (2018: 2,47). Am wenigsten einverstanden mit dem Verhältnis zum Hersteller/Importeur zeigten sich Suzuki-Partner mit einer Bewertung von 3,89.

Ifa-Branchengipfel zeigt die Anspannung

Die Anspannung zwischen Industrie und Gewerbe wurde teilweise auch beim Ifa-Branchengipfel selbst deutlich. So forderten verschiedene Industrie- und herstellernahe Vertreter vom Handel, mehr für die eigene Digitalisierung zu tun. Händler konterten wiederum, die Hersteller blockierten sie teilweise dabei, Prozesse nahtlos digital zu gestalten.

Für Aufsehen sorgte auch eine Aussage von Daimler-Chef Ola Källenius. Er vertrat auf der Bühne die Meinung, dass Handelsbetriebe bald wohl kleiner sein werden. Gleichzeitig fordert die Daimler-Tochter Mercedes-Benz aktuell von ihren Händlern allerdings teils hohe Investitionen in die neue Markenarchitektur „MAR 2020“.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«