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Bentley Bentayga: Aufgehübscht und abgerüstet

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Bentley bringt den Bentayga auf Kurs. Während die Briten bei Lack und Leder für ihren geländegängigen Bestseller nachlegen, treten sie bei der Leistung auf die Bremse. Zumindest in unseren Breiten.

Zu Preisen ab rund 182.000 Euro bietet Bentley ab sofort den gelifteten Bentayga an.
Zu Preisen ab rund 182.000 Euro bietet Bentley ab sofort den gelifteten Bentayga an.
(Bild: Bentley)

Von wegen, genug ist nicht genug. Weil offensichtlich selbst Sehr-Viel-Besser-Verdiener so etwas wie ein Gewissen haben und weil sich auch Luxusmarken in Zeiten wie diesen nicht mehr alles leisten können, wird jetzt sogar Bentley vernünftig und fängt damit ausgerechnet beim Bentayga an: Wenn der luxuriöse Geländewagen, der mit über 20.000 Exemplaren in rund vier Jahren zum bis dato größten Erfolg in der Geschichte der VW-Tochter avanciert ist, in diesen Tagen zu Preisen ab 182.000 Euro in die zweite Halbzeit geht, gibt es deshalb zwar noch mehr Lack und Leder und jede Menge neuen Luxus, doch nicht mehr Leistung. Im Gegenteil: Mit Blick auf den ökologischen Fußabdruck, die CO2-Bilanz und die drohende Bußgeld-Rechnung aus Brüssel stecken die Briten unter der Haube sogar zurück und nehmen den konkurrenzlosen W12-Motor aus dem Programm.

Bentley Bentayga: Aufgehübscht und abgerüstet
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Hinter dem noch größeren Grill, der von künftig etwas schnittigeren und vor allem filigraneren Scheinwerfern flankiert ist, gibt es deshalb zunächst nur den V8-Benziner aus dem Vorgänger, der obendrein nahezu unverändert ins Rennen geht. Das mag den Glanz des Bentayga subjektiv ein wenig trüben. Doch objektiv kann man dem Dickschiff auch mit dem Achtzylinder keinerlei Mangel unterstellen.

Wie auch, wenn das Triebwerk aus vier Litern Hubraum 550 PS und 770 Nm schöpft? Selbst knapp 2,5 Tonnen fühlen sich dann ganz leicht an, und die linke Spur leert sich wie von selbst, wenn man den Koloss in 4,5 Sekunden von 0 auf 100 katapultiert hat und danach mit bis zu 290 km/h dem Horizont entgegen jagt. Kein Wunder, dass sich die Designer hinten jetzt mehr Mühe gegeben, die Rückleuchten neu modelliert und die Heckklappe geglättet haben – schließlich ist das die Perspektive, aus der man den Bentayga am häufigsten sehen wird.

Wie auf Wolken

Dabei gibt der Bentley unabhängig von der Zahl der Zylinder den distinguierten Souverän, der den Kraftakt ausgesprochen stilvoll zelebriert. So protzig der Auftritt des Briten, so vornehm und kultiviert ist sein Antrieb, der wie in Watte gepackt dahin säuselt und sich erst dann ein fernes Knurren entlocken lässt, wenn man das Pedal mit großer Vehemenz tief in den hochflorigen Teppich hämmert.

Und egal ob schnelle Kurven oder engagierte Sprints – mit Luftfederung und Wankausgleich bettet der Bentayga seine Insassen wie auf Wolken und gibt ihnen mit jedem Meter das gute Gefühl, mit der Welt da draußen nicht mehr viel zu tun zu haben. So geht Adel im Auto.

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