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Bericht: Hersteller schlagen Bundesgartenschau-Konzept für IAA vor

Autor / Redakteur: dpa/ys / Yvonne Simon

Viele Hersteller haben der IAA 2019 den Rücken gekehrt und auch die ausstellenden Autobauer äußern vermehrt Kritik am Konzept der Messe. Recherchen des „Handelsblatts“ zufolge diskutieren die Unternehmen über wechselnde Standorte – Regionen könnten sich demnach um die Austragung bewerben.

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Die Autos in den Mittelpunkt zu stellen reicht den Herstellern nicht mehr, um die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich zu ziehen.
Die Autos in den Mittelpunkt zu stellen reicht den Herstellern nicht mehr, um die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich zu ziehen.
(Bild: Oliver Tamagnini/IAA)

Noch vor ihrer offiziellen Eröffnung wird die Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt von wichtigen Akteuren in Frage gestellt. In Kreisen der Hersteller werde ein neues Messekonzept mit wechselnden Veranstaltungsorten wie beispielsweise Köln oder Berlin diskutiert, berichtete das „Handelsblatt“ am Mittwoch. Die Unternehmen wollten künftig eher Mobilitätskonzepte präsentieren statt neue Autos in Messehallen. Erste Konzepte sollten auf einer Sitzung an diesem Donnerstag besprochen werden.

Informationen des Handelsblatts zufolge werde „im Kreis der Autohersteller“ ein an Olympia oder Bundesgartenschauen angelehntes Konzept diskutiert. Demnach könnten sich Städte oder Regionen künftig um die Austragung der IAA bewerben, die zu einem Mobilitätsevent werden soll. Im Gegenzug werde in der Region dann in die Mobilitätsinfrastruktur investiert, so dass der Austragungsort auch nach dem Messetermin profitiert.

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Der Verband der Automobilindustrie (VDA) bestätigte als Veranstalter, dass man für die IAA verschiedene Optionen prüfe. „Über Entscheidungen sprechen wir dann, wenn das Konzept steht“, sagte Verbandssprecher Eckehart Rotter. Die IAA 2019 wird unter dem Motto „Driving tomorrow“ als „internationale Plattform für die Mobilitätswende“ beworben. Neben den klassischen Auto- und Technikpräsentationen gibt es bis zum 22. September auch zahlreiche Diskussions- und Kongressangebote.

Wie das Handelsblatt unter Berufung auf Insider berichtet, setze der VDA allerdings darauf, das aktuelle Konzept weiterzuentwickeln. „Wir haben die IAA neu positioniert, entwickeln sie kontinuierlich weiter. Daran arbeiten wir gemeinsam mit unseren Mitgliedsunternehmen“, sagte VDA-Präsident Bernhard Mattes der Zeitung.

Opel will auf der Messe auch Autos verkaufen

Die IAA steht in diesem Jahr nach zahlreichen Absagen früherer Aussteller massiv unter Druck. Ein Vertrag zur Fortsetzung der IAA in den kommenden Jahren besteht nicht, wie VDA und Messe bestätigen. Zudem haben Umweltaktivisten für das Wochenende massive Proteste angekündigt, um gegen die Klimabelastung durch die Autoindustrie zu demonstrieren.

Einige Veranstalter äußerten sich bereits während der Messe kritisch. „Es gibt keine Bestandsgarantie“, erklärte etwa BMW-Finanzvorstand Nicolas Peter. In Zukunft müsse mehr die Technologie als das Auto im Mittelpunkt stehen und das Preis-Leistung-Verhältnis müsse stimmen, so Peter. Opel-Chef Michael Lohscheller hatte bereits konkrete Verbesserungsvorschläge. Er will während der Messe die gezeigten Autos auch verkaufen können. Auf Dauer werde es nicht reichen, Neuwagen zu zeigen und mit Journalisten zu reden.

„Die IAA muss sich wie jede andere Messe weiterentwickeln. Die aktuelle Veranstaltung zeigt, dass man sich auf dem richtigen Weg befindet“, erklärte ein Sprecher der Frankfurter Messe. Die von der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen getragene Gesellschaft verweist auf den gelernten Termin, enge Terminkalender an anderen Standorten und auf die eigene hohe Autokompetenz, mit der man den VDA unterstützen könne. „Wir sehen einen Standortwechsel nicht als die richtige Antwort auf inhaltliche Veränderungswünsche.“

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