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Bericht: Tesla dampft Auslieferungsteam stark ein

| Autor: Christoph Seyerlein

Etwa 150 der 230 Arbeitsplätze im US-Auslieferungsteam von Tesla sollen laut „Reuters“ im Zuge der angekündigten Stellenstreichungen wegfallen. Die Agentur zitiert einen Ex-Mitarbeiter mit den Worten: „Es gibt nicht genügend Auslieferungen.“

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„Es gibt nicht genügend Auslieferungen“, sagte ein gefeuerter Tesla-Mitarbeiter der Nachrichtenagentur „Reuters“.
„Es gibt nicht genügend Auslieferungen“, sagte ein gefeuerter Tesla-Mitarbeiter der Nachrichtenagentur „Reuters“.
(Bild: Seyerlein / »kfz-betrieb«)

Die Auslieferungs-Abteilung für die Märkte USA und Kanada ist von den kürzlich angekündigten Stellenstreichungen bei Tesla offenbar besonders stark betroffen. Wie die Nachrichtenagentur „Reuters“ schreibt, sollen etwa 150 der 230 Arbeitsplätze in jener Einheit wegfallen. Reuters beruft sich dabei auf Aussagen bereits gekündigter Ex-Tesla-Mitarbeiter. Tesla selbst wollte sich dazu nicht äußern.

Die Kalifornier hatten Mitte Januar bekannt gegeben, sieben Prozent der Vollzeitstellen einsparen zu wollen, um nicht wieder in die roten Zahlen zu rutschen.

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Dem Reuters-Bericht zufolge befürchtet Tesla eine deutlich abflauende Nachfrage nach dem Model 3. Zum Jahreswechsel wurde der Steuervorteil für Tesla-Modelle in den USA halbiert, da der Hersteller die Marke von 200.000 verkauften Elektroautos in den Staaten überschritten hatte. Von nun an werden jene Zuschüsse jedes Halbjahr weiter um die Hälfte gekürzt. Für das Model 3 gibt es aktuell 3.750 Dollar Bonus.

Tesla arbeitet auch deshalb seit Monaten daran, das Auto zu einem günstigeren Einstiegspreis anbieten zu können. Vom einstigen Versprechen, das Auto für 35.000 Dollar verkaufen zu wollen, sind Elon Musk und Co. aber immer noch ein gutes Stück entfernt. Derzeit ruft Tesla auf seiner US-Website mindestens 42.900 Dollar für das Model 3 auf.

„Es gibt nicht genügend Auslieferungen“

Das ist offenbar zu viel, um den großen Hype in den Staaten aufrecht zu erhalten – zumindest, wenn man den Worten der von Reuters zitierten Ex-Mitarbeiter Glauben schenkt. „Es gibt nicht genügend Auslieferungen. Sie brauchen kein Auslieferungs-Team, da nicht so viele Autos an Kunden gehen“, sagte einer von ihnen. Ein anderer ergänzte: „Wir haben praktisch jedes verfügbare Auto verkauft. Und wir haben fast jeden kontaktiert, der jemals Interesse an einem Tesla gezeigt hat, und ihn darauf hingewiesen, dass der Steuervorteil schrumpfen wird.“

Tesla hat 2018 insgesamt 145.610 Einheiten des Model 3 ausgeliefert. Firmenchef Elon Musk sprach zuletzt weiter von einer „verrückt hohen“ Nachfrage nach dem Auto, nannte aber keine Zahlen.

Unterdessen laufen die Auslieferungen des Model 3 in China und Europa gerade erst an. Nach kleineren Verzögerungen konnten erste Kunden in Europa noch vergangene Woche ihr Auto entgegennehmen. Mittlerweile liegt dem Hersteller auch die Freigabe für sein Assistenzsystem „Autopilot“ für Europa vor. Wer jenes Paket für 5.200 Euro Aufpreis gebucht hat, kann es auch direkt nutzen. In Deutschland kostet ein Tesla Model 3 aktuell mindestens 56.380 Euro.

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