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Berufs-WM: Deutschland im Mittelfeld

| Redakteur: Dipl.-Ing. Edgar Schmidt

Der Kandidat des Deutschen Kfz-Gewerbes, Franz Havlat, erkämpfte sich bei den Berufsweltmeisterschaften World Skills 2011 in London eine Medallion of Excellence.

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Der Start der 41. Berufsweltmeisterschaften World Skills 2011 verlief etwas holprig. Im Beruf 33, Automobil Technology, mussten erst einmal nicht die Kfz-Mechatroniker einen Fehler finden, sondern die IT-Experten der Organisatoren. Denn pünktlich zum Wettkampfbeginn hatte sich die Internetverbindung verabschiedet, mit der die 29 Teilnehmer die technischen Daten der Fahrzeuge abfragen mussten. So konnten sie erst mit fast zwei Stunden Verspätung auf Fehlersuche gehen – natürlich nun erheblich nervöser als zur regulären Startzeit.

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Die Aufgaben, die im Laufe der vier Wettkampftage zu bewältigen waren, hatten es in sich. Insgesamt waren Fehler in sieben Fahrzeugbaugruppen aufzuspüren, vom Motormanagement bei Benzin- und Dieselmotoren über die Fahrzeugelektronik und das Bremssystem bis hin zu Antriebsstrang, Motormechanik und Fahrwerk. Allerdings wussten die jungen Nachwuchskräfte jeweils nicht, wie viele Fehler die Experten eingebaut hatten.

Weltweit hohes Ausbildungsniveau

Das Ergebnis der World Skills 2011 zeigt: Das Ausbildungsniveau in den 49 teilnehmenden Ländern gleicht sich immer mehr an. Nur wenige Punkte trennten beispielsweise bei den Kfz-Mechatronikern Platz eins von Platz 20. Die Goldmedaille erkämpften sich Flavio Helfenstein aus der Schweiz und Shota Takeda aus Japan; sie waren am Ende des Wettbewerbs mit 545 von 600 Punkten exakt punktgleich. Bronze ging an John Couldridge aus Großbritannien.

Franz Havlat erreichte mit 501 Punkten den 17. Platz und eine Medallion of Excellence, also eine besondere Anerkennung für gute Leistungen. Allein das zeigt, dass das Leistungsniveau der Kfz-Mechatroniker sehr hoch war.

Insgesamt haben die World Skills 2011 deutlich gemacht, dass Deutschland in seinen Anstrengungen rund um die Berufsausbildung nicht nachlassen darf. Die nächsten Weltmeisterschaften finden 2013 in Leipzig statt. Das sollte Ansporn genug sein, alle Kräfte zu mobilisieren, um das duale Berufsbildungssystem in Deutschland überzeugend darzustellen.

Fakten zu den 41. World Skills in London

  • Mit 46 Berufen und 950 Teilnehmern aus 49 Ländern waren die World Skills London die bisher größte Berufsweltmeisterschaft.
  • Rund 200.000 Besucher kamen an den vier Wettkampftagen.
  • Deutschland war mit 26 Teilnehmern dabei, von denen 18 eine Auszeichnung mit nach Hause gebracht haben.
  • MedaillenspiegelGold: Richard M. Schauer, MöbelschreinerSilber: Johannes Fleischmann, Fliesenleger und Nils Michalik, PolymechanikBronze: Phillip Stich, Zimmerer12 „Medallions of Excellence“
  • In der Gesamtwertung der Nationen liegt Deutschland mit Platz 15 im vorderen Viertel.
  • Das deutsche Team startete in 13 Industrie-, 11 Handwerks- und 2 Dienstleistungsberufen.
  • Junge Nachwuchskräfte, die an den World Skills 2013 in Leipzig teilnehmen möchten, dürfen im Wettbewerbsjahr nicht älter als 22 Jahre sein. Im Deutschen Kfz-Gewerbe müssen sie sich zusätzlich im praktischen Leistungswettbewerb der Kfz-Mechatroniker bewähren, in den man über gute Noten bei der Gesellenprüfung einsteigen kann.

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