VW-Haustarifvertrag Beschäftigte erhalten Lohnerhöhung und Corona-Prämie

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Ein monatliches Entgeltplus von 2,3 Prozent, eine rückwirkende Corona-Unterstützung und die Möglichkeit, Geld in freie Tage umzuwandeln: Trotz der Krise Der neue VW-Haustarifvertrag bringt den Beschäftigten viele Vorteile.

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Der Volkswagenkonzern hat sich mit der IG Metall auf einen neuen Haustarifvertrag geeinigt.
Der Volkswagenkonzern hat sich mit der IG Metall auf einen neuen Haustarifvertrag geeinigt.
(Bild: Volkswagen)

Der Volkswagen-Konzern hat sich mit der IG Metall auf einen neuen Haustarifvertrag für die rund 120.000 Beschäftigten in den sechs westdeutschen Werken geeinigt. Der Abschluss sieht ein Entgeltplus von 2,3 Prozent ab Januar 2022 vor, wie beide Seiten am Dienstag mitteilten. Zudem zahle das Unternehmen im Juni 2021 eine einmalige Corona-Beihilfe von 1.000 Euro – rückwirkend für die Zeit seit Beginn der Krise im März 2020. Bei den Auszubildenden beträgt die Corona-Beihilfe 600 Euro.

Im September erhalten die Mitarbeiter darüber hinaus einmalig 150 Euro zur Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge. Eine Leistungskomponente, die bisher zwischen 100 und 150 Euro variierte, wird im Mai in eine einheitliche Zulage von 150 Euro im Monat umgewandelt, was laut IG-Metall-Verhandlungsführer Thorsten Gröger für 75 Prozent der Beschäftigten ein weiteres Plus bedeutet.

Außerdem wurde in der fünften Verhandlungsrunde vereinbart, die 1.400 jährlichen Ausbildungsplätze bis 2025 fortzuschreiben. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll 23 Monate bis November 2022 betragen. Zudem kann jeder Beschäftigte künftig die Hälfte einer jährlichen Einmalzahlung in drei freie Tage umwandeln. Bisher stand dieser Weg nur Eltern kleiner Kinder, Angehörigen von Pflegebedürftigen und Schichtarbeitern zu. Sie können auch weiterhin die komplette Einmalzahlung in sechs freie Tage umwandeln.

Mehr Freizeit schlägt immer häufiger mehr Geld

„Letztendlich waren und sind es die Beschäftigten bei Volkswagen, die in der Krise dafür sorgen, dass Volkswagen verhältnismäßig gut durch diese Situation kommt“, sagte Gröger. Er bezeichnete den Abschluss als „starkes Ergebnis in schwierigen Zeiten“. Für VW-Verhandlungsführer Arne Meiswinkel habe man „einen Tarifabschluss mit Augenmaß und Vernunft erzielt, der dem besonders herausfordernden Umfeld seit dem Beginn der Pandemie gerecht wird“. Die Corona-Beihilfe bezeichnete er als Wertschätzung für das Engagement der Mitarbeiter unter Pandemiebedingungen.

Mit Blick auf die Option, Geld in freie Tage umwandeln zu können, sagte Meiswinkel, dieser Wunsch werde in der Belegschaft immer größer. Er rechne damit, dass ein Großteil der Beschäftigten sich für mehr Freizeit entscheiden werde. Eine Obergrenze, wie viele Mitarbeiter von der Option Gebrauch machen können, gebe es nicht.

Der Druck, einen Abschluss zu erreichen, war zuletzt gewachsen, nachdem es für die Metall- und Elektroindustrie im VW-Stammland Niedersachsen am Freitag bereits eine Tarifeinigung gegeben hatte. Sowohl in der Fläche als auch an mehreren VW-Standorten hatte es während der Tarifverhandlungen Warnstreiks gegeben.

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