Beteiligung der Opel-Händler bei Magna unerwünscht?

Euroda prüft "andere Möglichkeiten" eines Engagements der Vertriebspartner

03.06.2009 | Redakteur: Jens Rehberg

Ein mögliches Engagement der europäischen Opel-Händler ist bislang noch nicht Gegenstand der Opel-Übernahmeverhandlungen zwischen dem aussichtsreichsten Interessenten Magna und der Opel-Treuhandgesellschaft. Das Magna-Konzept sieht lediglich die spätere Übernahme von zehn Prozent an der neuen Opel-Gesellschaft durch die Belegschaft des Herstellers vor.

Jaap Timmer, Präsident des Verbands der europäischen Opel-Händler (Euroda), sagte auf Anfrage der Redaktion, man stehe erst seit kurzem in Kontakt mit Magna. Der Zulieferer habe Gesprächsbereitschaft signalisiert. Ein erstes Sondierungsgespräch werde es möglicherweise im Laufe der nächsten Woche geben. Timmer hatte zuletzt wiederholt das Hilfsangebot der Opel-Partner bekräftigt, sich mit bis zu 500 Millionen Euro an der Rettung von Opel zu beteiligen.

Im Gespräch mit »kfz-betrieb« deutete Timmer an, dass im Rahmen der Gespräche auch „andere Möglichkeiten der Händler-Beteiligung“ geprüft werden sollten. Näheres wollte er hierzu allerdings noch nicht erläutern.

Mitarbeiterbeteiligung hat Tradition

Möglicherweise hat sich Magna bei dem verplanten 10-Prozent-Anteil an der neuen Opel-Gesellschaft (GM: 35 Prozent, Sberbank: 35 Prozent, Magna: 20 Prozent) in der Tat bereits auf die Belegschaft der jetzigen Adam Opel GmbH festgelegt. Der Zulieferer rühmt sich seit jeher für sein partnerschaftliches Vorgehen mit der Belegschaft und seine Unternehmensleitlinien, die unter anderem vorsehen, dass zehn Prozent der Gewinne (per Aktien oder Bargeld) an die weltweit 70.000 Mitarbeiter ausgeschüttet werden.

Ein Magna-Sprecher wollte sich am Mittwoch noch nicht dazu äußern, wie der österreichisch-kanadische Zulieferer zu dem Beteiligungskonzept der Opel-Händler steht.

Euroda-Vizepräsident Albert Still erklärte auf Anfrage von »kfz-betrieb«: „Es bleibt das erklärte Ziel der europäischen Opel-Händler, sich im Rahmen des erarbeiteten Rettungskonzepts gemeinsam mit den Mitarbeitern zu etwa 10 bis 15 Prozent an Opel zu beteiligen.“ Genauere Details müssten jetzt geklärt werden.

Grundsätzlich sieht Still den Einstieg des Zulieferers und seiner russischen Partner als langfristiges Engagement, das Opel eine gesicherte Zukunftsperspektive geben könnte. Die Chancen für Opel seien nun in jedem Fall besser als bei einer geordneten Insolvenz, die vor allem für die Händler „sicherlich die schlechteste aller möglichen Lösungen“ gewesen wäre.

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