Volkswagen

Betriebsratschef fordert mehr Schlagkraft, aber keine „Rasenmähermethode“

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Die anhaltend schwierige Pandemie-Lage, die derzeit etwa zu Engpässen bei wichtigen Zulieferteilen wie Halbleitern führt, mache auch Volkswagen das Leben schwer, räumte Osterloh ein. „Wir wissen nicht genau, wie sich Corona weiterentwickelt.“ Es sei möglich, dass weitere Schlüssellieferanten von Personal- und Arbeitsausfällen betroffen würden. Berichten zufolge kalkuliert VW intern bereits mit einer spürbaren Minderproduktion wegen ausbleibender Komponenten.

Bei Elektromodellen seien die Zulieferer insgesamt stärker gefragt, mahnte Osterloh. „Wenn wir E-Autos bauen wollen, brauchen wir alles, was dazugehört. Fehlt ein wichtiges Teil wie die Batterie in hinreichenden Mengen, läuft das nicht.“ Beschwerden darüber, dass Autokonzerne zunehmend Komponenten selbst herstellen, könne er nicht nachvollziehen. „Natürlich sind die Zulieferer weiter ein wichtiger Wirtschaftsfaktor der deutschen Autoindustrie – aber bewegen müssen sie sich schon selber.“ Das Batteriezell-Geschäft sei gewinnträchtig, jedoch brauche man rechtzeitige Vorleistungen. „Ich glaube, da verschenken gerade auch die deutschen Zulieferer echte Chancen.“

Hohe Erwartungen an das neue Software-Ressort

Hohe Erwartungen hat der Betriebsratschef an das neue Software-Ressort im Konzernvorstand. „Lange ist nichts passiert“, sagte er. „2017 hatte ich dann noch mal gesagt, dass wir dafür jemanden an höchster Stelle brauchen. Jemanden, der oder die sich kreativ darüber Gedanken macht: Wie muss die IT in einem so großen Unternehmen in fünf Jahren aussehen? Da brauchen wir mehr Koordination.“ Eine Top-Zuständigkeit für das Thema sei wichtig.

„Nicht zuletzt geht es dabei auch um unsere Attraktivität als Arbeitgeber.“ Osterloh sprach sich dafür aus, die Führung des Bereichs mit einer Managerin zu besetzen.

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