Betriebsschließungen in der Kfz-Branche: Noch bestehen Unklarheiten

Umsetzung in den Ländern unterschiedlich

| Autor: Doris Pfaff, Andreas Wehner

(Bild: »kfz-betrieb« / Jakob Schreiner)

Zur Eindämmung und Bekämpfung des Corona-Virus haben sich die Bundesregierung und die Landesregierungen am Montagabend auf weitere Maßnahmen geeinigt, die zu massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft führen. Davon betroffen ist auch der Autohandel, weil er als Einzelhandel gilt und in der Schließungsanordnung benannt beziehungsweise nicht wie beispielsweise der Lebensmittelhandel ausgenommen ist.

Allerdings liegt die Umsetzung in der Verantwortung der Länder. Und die verhalten sich unterschiedlich – auch was die Geschwindigkeit der Umsetzung angeht. Das sorgt aktuell für einige Unklarheiten.

Mischbetriebe: Was ist erlaubt, was nicht?

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) geht davon aus, dass der Autohandel ab Mittwoch geschlossen werden muss. Von der Schließungsverordnung ausgenommen sind laut der Leitlinie der Bundesregierung die Tankstellen und Kfz-Werkstätten. Ein Großteil der Kfz-Betriebe sind jedoch Mischbetriebe, das heißt, sie verkaufen und betreiben eine Werkstatt. Dürfen diese weiter geöffnet bleiben und dann auch verkaufen, oder dürfen Mischbetriebe nur ihr Werkstattgeschäft anbieten? Diese Frage treibt aktuell die Branche um.

Um eine eindeutige Aussage zu bekommen, hat der ZDK eine Anfrage ans Bundeswirtschaftsministerium gestellt. Diskussion in der Branche gibt es auch um die praktische Umsetzung eines möglichen Verkaufsverbots eines Mischbetriebs. Häufig sind die Verkaufsräume der Werkstätten zugleich der Wartebereich der Werkstattkunden.

Insgesamt ist die Stimmung in den Betrieben doch sehr ernüchtert, aber durchaus unterschiedlich. Einige halten die Auslegung möglicher Öffnungsszenarien für Kaffeesatzleserei. Schließlich gebe es jetzt schon eine starke Kaufzurückhaltung. In Zeiten von Corona-Krise mit drohender Ausgangssperre und Wirtschaftskrise mache sich kein Kunde mehr auf den Weg, ein Auto zu kaufen. Zudem seien auch immer mehr Zulassungsstellen geschlossen, so dass das Offenhalten des reinen Autohandels keinen Sinn mache. Andere argumentieren dennoch, genügend Arbeit im Autohandel zu haben und die Kundenbetreuung auch per Mail organisieren zu können. Zudem würden Autos auf den Höfen stehen, die teilweise schon bezahlt oder finanziert, aber noch nicht ausgeliefert sind.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 46414216 / Wirtschaft)

Plus-Fachartikel

Santander Consumer Bank: POS ins Internet verlagern

Santander Consumer Bank: POS ins Internet verlagern

Im digitalen Zeitalter wird sich der Automobilhandel weiter stark verändern. Das beeinflusst auch das Geschäft der unabhängigen Finanzdienstleister im Kfz-Gewerbe. Thomas Hanswillemenke und Maik Kynast erläutern, was das für ihre Bank bedeutet. lesen

Fahrzeugfinanzierung: Günstig ist nicht gleich gut

Fahrzeugfinanzierung: Günstig ist nicht gleich gut

Lange Laufzeiten, niedrige Zinsen und geringe Monatsraten – so sehen viele Kredit- angebote in der Werbung aus. Doch für den Kunden und auch für das Autohaus sind sie häufig nicht die beste Wahl. lesen