Betriebsschließungen in der Kfz-Branche: Noch bestehen Unklarheiten

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Bayern schließt als direkte Konsequenz aus dem am Montag von Ministerpräsident Markus Söder ausgerufenen Katastrophenfall ab Mittwoch alle Ladengeschäfte des Einzelhandels. „Tankstellen und Kfz-Werkstätten sind davon nicht betroffen“, sagt Präsident Vetterl. „Das bedeutet, dass die Betriebe des bayerischen Kraftfahrzeug- und Tankstellengewerbes dazu beitragen, dass die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger auch unter diesen besonderen Umständen aufrechterhalten werden kann.“ Zu der Frage, ob es eine Differenzierung der Kfz-Betriebe gibt, wollte der Landesverband aktuell keine Stellung beziehen.

Sorgen machen sich die Verbände nicht allein wegen der drohenden Schließungen und massiven Ausfälle, sondern auch um die Gesundheit der Mitarbeiter und informieren die Betriebe, vor allem die Werkstätten, über empfohlene Hygienemaßnahmen. „Die Gesundheit unserer Kunden sowie unserer rund 140.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Auszubildenden hat absolute Priorität“, sagte Präsident Vetterl.

Ähnlich wie Bayern hatte es auch Nordrhein-Westfalen (NRW) bereits am Wochenende beschlossen: Ab Dienstag dürfen nur noch Geschäfte und Betriebe geöffnet haben, die der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung dienen, dazu zählen nach derzeitigem Stand auch die Kfz-Werkstätten. Das hatte auf Nachfrage von »kfz-betrieb« die Staatskanzlei des Landes bestätigt. Der Beschluss soll vorerst bis einschließlich 19. April gelten.

Kundenbetreuung auf elektronischem Weg

Jan-Nikolas Sontag, Geschäftsführer des Landesverbands Schleswig-Holstein geht nach dem Stand der Dinge davon aus, dass am Mittwoch alle Kfz-Betriebe in dem Bundesland noch öffnen dürfen. „Ich habe eine Anfrage an die zuständige Staatskanzlei in Schleswig-Holstein gestellt und solange ich nicht eine Verbotsverfügung habe, bleiben wir geöffnet.“ Eine Verbotsverfügung würde im Prinzip alle Kfz-Betriebe betreffen, da nur ein minimaler Prozentsatz nur verkaufe, die meisten Betriebe seien Mischbetriebe.

„Der Autohandel kann meiner Ansicht auch ohne direkten Publikumsverkehr geöffnet haben und weiterarbeiten. Ganz viel Kundenbetreuung kann auf elektronischem Weg erfolgen, nicht zuletzt die der gewerblichen Kunden“, sagte Sontag. Er sieht Betriebe akut in ihrer Existenz bedroht, wenn sie beispielsweise bereits finanzierte Fahrzeuge nicht mehr ausliefern dürfen. „Ich kann doch den Schlüssel rausgeben, zu Fahrzeugen, die auf dem Hof stehen.“

Geschäftsführer Roger Seidel vom Landesverband Hessen verweist auf die Landesregierung, die sich an den Leitlinien des Bundes orientiere. „Wir gehen davon aus, dass ab Mittwoch der stationäre Autohandel geschlossen ist.“ Da die meisten Betriebe auch Service anbieten, hofft er, dass sie öffnen können, aber im Wartebereich der Kunden ein Schild aufstellen, dass vorübergehend keine Beratungs- und Verkaufsgespräche stattfinden.

Joachim Czychy, Landesverbandssprecher von Niedersachsen und Bremen, teilte mit, dass die Regelungen für Niedersachsen und Bremen analog zu Bayern zu verstehen sind. „Das heißt, die Werkstätten haben ab Mittwoch alle auf, aber in den Verkaufsräumen darf es keine Beratung und keinen Verkauf geben.“

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 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur Newsdesk Automotive