Bilanz 2012: Vermasselte Neuwagenrendite

Autor / Redakteur: Wolfgang Michel / Wolfgang Michel

ZDK-Präsident Robert Rademacher hat eine erste Bilanz des Jahres gezogen. Während sie gerade noch gut ausfällt, fordert er für 2013 angesichts der Geschäftsentwicklung, die Planzahlen kritisch zu hinterfragen.

(Archiv: Vogel Business Media)

Das Jahr 2012 sieht ZDK-Präsident Robert Rademacher zwiespältig. Obwohl die befürchteten wirtschaftlichen Verwerfungen durch die Schulden- und Eurokrise bisher ausblieben, wird die durchschnittliche Neuwagenrendite deutlich fallen. Entsprechend wertet Rademacher das Branchenjahr 2012 nach Schulnoten mit einer 2 minus bis 3.

„Erfreulicherweise sind für unsere Branche die im Jahr 2011 befürchteten Szenarien nicht eingetreten. Unsere Kunden haben sich durch die Eurokrise nicht verunsichern lassen“, sagte der ZDK-Präsident anlässlich eines gemeinsamen Pressegesprächs von ZDK und Fuchs Schmierstoffe am Donnerstag in Mannheim. Jedoch habe sich diese Entwicklung nicht in den Kassen der Händler niedergeschlagen. „Natürlich gibt es Händler, die ein gutes Jahr erleben. Aber es gibt zu viele Autohäuser mit roten Zahlen“, sagte Rademacher.

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Die Branche müsse jetzt dringend die Planzahlen des kommenden Jahres kritisch hinterfragen. „Genau genommen gilt es nicht nur über 2013 nachzudenken, sondern auch über die nachfolgenden Jahre.“ Rademacher verdeutlichte, dass im Neuwagengeschäft in Deutschland kein Mengenwachstum mehr zu erwarten sei. „Wachstum geht nur noch über Verdrängungswettbewerb“, sagte Rademacher. Das gelte für Händler und Hersteller gleichermaßen. Denn in Summe bleibe die Zahl der nachgefragten Autos gleich. „Wachstum für den Einzelnen geht immer zu Lasten des Wettbewerbers“, so der ZDK-Präsident.

Ein scharfer Wettbewerb mache sich allerdings sofort an den Umsatzrenditen des Fabrikatshandels bemerkbar. Die zwei Prozent Rendite aus dem Jahr 2011 seien 2012 nicht zu erreichen, sagte Rademacher. Zielrendite müssten aber zwei bis vier Prozent sein. Das gelinge nicht, wenn der Neuwagen-Auftragseingang wie derzeit mit minus zehn Prozent stark rückläufig sei. Zudem seien auch die Bruttogewinne im Gebrauchtwagengeschäft unter Druck und die durchschnittlichen Standtage um elf auf 95 Tage gestiegen. Die einzig stabile Säule bleibe das Servicegeschäft im Kfz-Gewerbe.

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