Dekra Bis 2025 soll das Dienstleistungsportfolio digitalisiert sein

Autor: Dr. Holger Schweitzer

Die Sachverständigenorganisation Dekra weist für 2020 trotz Corona-Pandemie eine solide Geschäftsentwicklung aus. In den kommenden fünf Jahren wollen die Stuttgarter zudem stark wachsen und investieren dafür in Rekordhöhe.

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Dekra kann dank Investitionen in neue Prüflabore und digitale Konzepte für 2020 trotz der Corona-Pandemie auf eine stabile Geschäftsentwicklung zurückblicken.
Dekra kann dank Investitionen in neue Prüflabore und digitale Konzepte für 2020 trotz der Corona-Pandemie auf eine stabile Geschäftsentwicklung zurückblicken.
(Bild: Dekra)

Trotz Corona-Pandemie konnte Dekra für das Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von 3,2 Milliarden Euro verzeichnen. Das entspricht einem Minus von knapp 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Wie Stefan Kölbl, Dekra-Vorstandsvorsitzender, am Montag auf der jährlichen Jahrespressekonferenz des Unternehmens erklärte, sei die solide wirtschaftliche Lage unter anderem auch an dem höheren operativen Cashflow zu erkennen, der gegenüber 2019 um 70 Millionen Euro stieg.

Insgesamt hielten sich laut Kölbl vor allem die Geschäftsbereiche rund um die jährlichen Hauptuntersuchungen stabil. So habe man den Umsatz bei den Fahrzeugprüfungen 2020 um rund 6 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro steigern können. Hingegen sei das Geschäft in den Bereichen Unfallschaden und Weiterbildung pandemiebedingt leicht rückläufig gewesen, so der Dekra-Vorstandsvorsitzende.

Wachstumsmarkt Asien

Wie Kölbl erklärte, habe das Unternehmen zudem die Stammbelegschaft um 400 Mitarbeiter auf knapp 30.000 erhöht. Der größte Anteil davon entfällt auf Arbeitsplätze in Asien. Dort kann Dekra auf zweistellige Wachstumsraten im vergangenen Jahr zurückblicken und will dort in den kommenden Jahren auch weiter wachsen. So sollen von den für dieses Jahr geplanten 1.000 zusätzlichen neuen Arbeitsplätzen rund 400 auf Asien entfallen. 300 weitere sind für Amerika geplant, während sich die übrigen auf Europa und Deutschland verteilen.

Als wichtigen Grund für die stabile Entwicklung des Unternehmens nannte Kölbl zudem den konsequenten Ausbau digitaler Produkte und Services. Welchen Stellenwert die Stuttgarter der Digitalisierung auch über die Corona-Pandemie hinaus beimessen, zeigt sich in dem ambitionierten Ziel, bis 2025 sämtliche Dienstleistungen digitalisiert anbieten zu wollen. Um dies zu erreichen, will die Sachverständigenorganisation bis 2025 rund 500 Millionen Euro investieren.

Services rund um künstliche Intelligenz

Zu den digitalen Zukunftsthemen, denen sich das Unternehmen verstärkt widmen will, gehören auch die künstliche Intelligenz sowie Cyber Security. Hierfür hat Dekra im vergangenen Jahr zwei gleichnamige sogenannte „Hubs“ geschaffen, in denen die Organisation Know-how aufbauen und Produkte entwickeln will. Als Beispiel nannte Kölbl das aktuelle Pilotprojekt mit einem Fahrzeugscanner zur Schadenbewertung.

Im Bereich der automobilen Cyber Security gibt es dem Vorstandsvorsitzenden zufolge Konzepte, mit denen die Sicherheit von Over-the-Air (OTA)-Software-Updates überprüft werden kann. Grundsätzlich will man sich weiter den Herausforderungen des Mobilitätswandels stellen, und Angebote etwa zum automatisierten Fahren, der Elektromobilität sowie dem Carsharing entwickeln.

Vernetzte Fahrzeuge, die ihre Updates Over-the-Air erhalten, stellen auch das traditionelle Kerngeschäft der Dekra, die Hauptuntersuchungen, vor neue Herausforderungen. Wie das Unternehmen informiert, bereite man sich aktuell darauf vor. Gleichzeitig will sich das Unternehmen in diesem Geschäftsfeld neue Märkte erschließen. Seit 2020 bietet Dekra in Chile und Mexiko Fahrzeugprüfungen an und ist damit aktuell in 22 Ländern aktiv.

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Über den Autor

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Redakteur, Ressort Technik, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG