Kfz-Kriminalstatistik 2020 BKA: Weniger Autodiebstähle durch Corona

Autor: Doris Pfaff

Die Zahl der Autodiebstähle ist im vergangenen Jahr bundesweit um knapp 15 Prozent gesunken. Laut der Statistik des Bundeskriminalamtes zur Kfz-Kriminalität stieg dagegen das Interesse der Täter an Katalysatoren aus älteren Fahrzeugen.

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Die gestohlenen Fahrzeuge werden laut BKA von den Tätergruppierungen weiterhin vor allem nach Osteuropa verschoben.
Die gestohlenen Fahrzeuge werden laut BKA von den Tätergruppierungen weiterhin vor allem nach Osteuropa verschoben.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die Zahl der Kfz-Diebstähle sank in Deutschland im vergangenen Jahr deutlich, insbesondere auch die von Mietfahrzeugen und Lkw. Während es bei den Pkw-Diebstählen 14,6 Prozent weniger Anzeigen gab, verzeichnete das Bundeskriminalamt (BKA) bei den Lastwagen einen Rückgang um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Als Grund dafür nennt das BKA in seiner aktuellen Statistik zur Kfz-Kriminalität die staatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, unter anderem die Grenzschließungen zu Osteuropa. Der gesunkene Reiseverkehr, vermehrte Kontrollen und eben geschlossene Grenzen schreckten die Täter ab.

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Allein im ersten bundesweiten Lockdown – im April und Mai 2020 – registrierte die Polizei jeweils rund 1.000 Diebstähle weniger. Für das ganze Jahr zählte sie 28.363 Autodiebstähle (33.340 im Jahr 2019). Davon blieben 14.025 dauerhaft gestohlen. Im Jahr zuvor lag die Zahl bei 16.431.

Beim Verschieben von gestohlenen Fahrzeugen und Kfz-Teilen spielte 2020 Osteuropa als Transitregion nach wie vor eine wichtige Rolle, insbesondere Litauen und Polen. Von dort wurden sie meist über den Landweg nach Zentralasien oder über den Seeweg in den Nahen Osten gebracht und dort weiterverkauft, so das BKA.

Auch die Türkei wird als Transitstaat für Kfz-Diebstähle genannt, da von dort die Absatzmärkte im Mittleren und Nahen Osten bedient werden, darunter zunehmend die Vereinigten Arabischen Emirate.

Katalysatoren waren beliebtes Diebesgut

Gestohlen werden neben kompletten Fahrzeugen auch hochwertige Einzelteile. Laut BKA fiel im vergangenen Jahr der gezielte Diebstahl von Katalysatoren aus vorwiegend älteren Autos auf. Als Grund für das gestiegene Interesse nannte das BKA die in den Katalysatoren enthaltenen hochwertigen Metalle. Besonders begehrt bei den Tätern waren zudem hochpreisige GPS-Einheiten und Displays aus landwirtschaftlichen Maschinen.

Bei den gestohlenen Autos waren die Hersteller VW, Audi, Mercedes und BMW am häufigsten betroffen. Im hochpreisigen Segment stand Land Rover an der Spitze.

Die BKA-Statistik listet die Kfz-Diebstähle auch nach Bundesländern auf. Den stärksten Rückgang von Kfz-Diebstählen gab es demnach um jeweils rund 29 Prozent in Hessen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Einen leichten Anstieg verzeichnete dagegen Nordrhein-Westfalen (um 2,5 Prozent) und einen deutlichen Anstieg um 19,5 Prozent die Hansestadt Bremen.

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 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik