BMW 7er: Technologisches Schaustück

Autor: Andreas Wehner

Mit der neuen Generation des 7er will BMW ein Stück näher an den Marktführer in der Oberklasse heranrücken. Dazu haben die Entwickler dem Flaggschiff einige Alleinstellungsmerkmale spendiert.

Im neuen BMW 7er kommen in der Karosserie erstmals Struktur- teile aus CFK zum Einsatz.
Im neuen BMW 7er kommen in der Karosserie erstmals Struktur- teile aus CFK zum Einsatz.
(Foto: BMW)

In der automobilen Oberklasse ist die Mercedes S-Klasse das Maß aller Dinge. Die Stuttgarter halten die Konkurrenz bei den Verkäufen seit Jahren auf Abstand. Mit dem neuen 7er will BMW diesen Abstand zumindest verkleinern. Gleichzeitig soll das Auto die Innovationskraft des Münchner Autobauers verdeutlichen. Naturgemäß sind der 7er wie auch die Topmodelle der Konkurrenz vor allem ein Schaustück des technologischen Fortschritts. Was BMW an serienreifen Technologien zu bieten hat, steckt in diesem Auto. „Carbon Core“ nennt BMW eine der interessantesten Neuerungen, die man auf den ersten Blick nicht sehen kann. Erstmals wurde beim 7er in einem Großserienfahrzeug kohlefaserverstärkter Kunststoff (CFK) für Karosserie-Strukturteile eingesetzt – im Verbund mit Stahl und Aluminium. Aus CFK bestehen die Dachspriegel, die Verstärkungen des Dachrahmens, der B-Säule, der C-Säule, des Schwellers und des Mitteltunnels sowie die Gepäckraumtrennwand oben.

Zudem setzt BMW für den 7er bei der Produktion im Werk Dingolfing neue Fertigungsverfahren ein: das Nasspressen und das Hybridpressen. Beim Nasspressen werden mit Harz getränkte Carbonfasergelege oder Carbonfasergeflechte in nassem Zustand in einem Umformwerkzeug in eine dreidimensionale Form gepresst und ausgehärtet. Beim Hybridpressen werden mit Harz getränkte Carbonfasergelege, ebenfalls in nassem Zustand, zusammen mit einem Stahlblechteil in ein Umformwerkzeug gebracht, verpresst und ausgehärtet. Die Materialien Stahl und Carbon werden hierbei fest miteinander zu einem Mischbauteil verbunden. Diese Teile sind besonders leicht, sollen aber gleichzeitig höchste Steifigkeit sowie hervorragende Crash-Eigenschaften bieten. „Wir können mit CFK Formen realisieren, die mit Stahl und erst recht mit Aluminium nicht umzusetzen sind“, erläutert Andreas Holzinger, Projektmanager Leichtbau für die 7er-Baureihe.

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Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«