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BMW-Chef will keine Verschiebung der CO2-Ziele wegen Corona

| Autor: Andreas Wehner

BMW wird seine CO2-Flottenziele erreichen. Davon ist Oliver Zipse überzeugt. Für eine Verschiebung sei er nicht zu haben, sagte der BMW-Chef in einem Interview. Zudem bekräftigte er die zuletzt kritisierte Strategie, statt einer eigenen E-Auto-Plattform auf flexible Architekturen zu setzen.

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Oliver Zipse
Oliver Zipse
(Bild: BMW)

BMW-Chef Oliver Zipse hält nichts davon, die Umsetzung der europäischen CO2-Ziele coronabedingt zu verschieben. „Wer würde von einer Verschiebung der Ziele oder Fristen profitieren? Diejenigen, die sich nicht rechtzeitig und ausreichend vorbereitet haben“, sagte Zipse im Interview mit der Zeitschrift „Auto Motor und Sport“ (Ausgabe 16/2020, 16. Juli). BMW sei dafür nicht zu haben. Zipse hatte zuletzt immer wieder betont, dass BMW seine CO2-Flottenziele erreichen werde. Autobauern, die die Vorgaben verfehlen, drohen Strafzahlungen.

Neben effizienteren Verbrennern will BMW die CO2-Einsparungen zum überwiegenden Teil durch Elektrifizierung erreichen. Neben dem kürzlich gestarteten elektrisch angetriebenen Mini und dem i3 setzen die Münchner hier bislang vor allem auf Plug-in-Hybride. Doch weitere batterieelektrische Fahrzeuge stehen in den Startlöchern. In wenigen Monaten beginnt die Produktion des vollelektrischen BMW iX3, der 2021 auch in Deutschland zu haben sein soll. Im gleichen Jahr starten der BMW i4 und der BMW i-Next. Bis 2023 will BMW insgesamt 25 elektrifizierte Modelle auf der Straße haben, mehr als die Hälfte davon sollen reine Stromer sein.

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Dabei setzt BMW im Gegensatz zu anderen Herstellern – und anders als noch beim i3 – nicht auf eigenständig entwickelte Elektroautos. Stattdessen sollen flexible Fahrzeugarchitekturen ermöglichen, neue Modelle mit unterschiedlichen Antriebskonzepten auszustatten und auf der gleichen Produktionslinie zu fertigen. Diese Strategie ist auch hausintern nicht unumstritten.

Zipse bekräftigt BMWs E-Strategie

Zipse jedoch ist jedoch von diesem Ansatz überzeugt. Überhaupt greift die Forderung nach einer eigenen Elektroplattform seiner Ansicht nach zu kurz. „Der aus der Vergangenheit abgeleitete Begriff einer Plattform wird unserem Ansatz nicht gerecht“, sagte Zipse in der „Auto Motor und Sport“. BMW-Modelle verfügten einerseits über fahrzeugspezifische Elemente wie die Karosserie und andererseits über Komponenten aus übergreifenden Baukästen, die es beispielsweise für Antrieb oder Elektronik gebe. „Diesen gesamthaften Ansatz gibt es in dieser Form meines Erachtens nur bei BMW. Damit sind wir in der Lage, auf weltweit unterschiedliche Kundenwünsche zu reagieren“, erklärte der BMW-Chef.

Zipse kündigte an, dass BMW keine eigene Zellfertigung für Batterien aufbauen wird. „Wir entwickeln die Technologie und können Prototypen auch selber herstellen. Für die Großserie vergeben wir unsere Aufträge aber an etablierte Zellhersteller – mit klaren Vorgaben zum Klimaschutz“, sagte Zipse.

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Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«