BMW Elektro-Strategie: Starkstrom aus Bayern

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Parallel werden bereits heute beide Architekturen fit für die Zukunft gemacht. Bei den frontangetriebenen, kleineren Modellen ist das die sogenannte FAAR (Frontantriebs-Architektur, wie Mini und 1er), bei den hinterradangetriebenen Fahrzeugen die CLAR (Cluster Architektur, 3er aufwärts bis zum 7er). Beide Plattformen werden so vorbereitet, dass sie jeweils konventionelle Verbrennungsmotoren, Plug-in-Hybride oder eben rein batterieelektrische Antriebe aufnehmen können. Auch eine Wasserstofftechnologie mit Brennstoffzelle und Elektromotor wäre möglich. Letzteres entwickelt BMW momentan zusammen mit Toyota.

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Der Kunde wird also in wenigen Jahren bei jedem Modell der BMW Group für sich individuell entscheiden können, mit welchem Antrieb unter der Haube er fahren möchte. Einen optischen Vorgeschmack, wie so etwas aussehen könnte, gaben die Bayern im Herbst in Frankfurt auf der IAA. Die Konzeptlimousine „i Vision Dynamics“ entspricht in der Größe einem Vierer Gran Coupé.

Verschiedene Akku-Formate

Um hier möglichst viel Reichweite, also Batteriekapazität, hineinzubekommen, haben die BMW-Ingenieure zwei verschiedene Arten von Akku-Formaten entwickelt, flache und hohe. Die flachen sind für die Limousinen, die hohen finden in den X-Modellen Verwendung und bieten maximal 120 kWh an Kapazität. Kompaktmodelle fahren mit 60 kWh, dazwischen rangieren Batterien mit einer Kapazität von 90 kWh.

Auch bei den Komponenten wie E-Motor, Leistungselektronik und Getriebe lässt BMW sein über die Jahre gesammeltes Know-how einfließen. Zukünftig werden es nicht mehr einzelne Elemente sein, sondern zu einem kompakten Block mit dem Namen HEAT (Highly-integrated Electric Drive Train) zusammengefasst. Das spart Platz und Gewicht.

Performance- und Volumenlinie

Eingebaut wird das Power-Paket in zwei Elektro-Linen, die BEV Performancemodelle und die BEV Volumenmodelle. Erstere sollen Beschleunigungen von unter drei Sekunden von null auf 100 km/h ermöglichen mit Leistungen von 200 kW/272 PS pro Achse. Der Strom soll für bis zu 700 Kilometer reichen. In den Volumenmodellen sitzen mindestens 100 kW/136 PS, Allradantrieb kostet Aufpreis, das Reichweitenminimum beträgt 300 Kilometer.

Alle Annahmen basieren unter anderem auch auf günstiger werdenden Batterien mit leistungsfähigeren Lithium-Ionen-Zellen. Peter Lamp, bei BMW Experte für Zelltechnologie, glaubt, dass die Energiedichte in den nächsten sieben Jahren gegenüber heute noch um 80 Prozent gesteigert werden kann. Gleichzeitig sollen die Kosten um 30 Prozent sinken. Gute Aussichten also fürs Elektroauto. Und wenn das nicht reicht, dürften bis dahin parallel sicher auch die sogenannten Feststoff-Batterien fertig entwickelt sein, mit nochmals doppelter Reichweite zum halben Preis.

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