BMW-Elektromobilität: Geteilte Technik

Autor / Redakteur: SP-X/mj / Gerd Steiler

Der weiß-blaue Hersteller will im Jahr 2013 mit gleich zwei Elektro-Modellen an den Start gehen. Sehr unterschiedlich sind dabei allerdings die technischen Konzepte fürs Stadtauto „Megacity Vehicle“ und den Sportwagen „Vision Efficient Dynamics“.

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In drei Jahren beginnt in Leipzig die Serienproduktion des ersten Elektroautos von BMW. Doch schon jetzt wurde die Technologie des Projektes vorgestellt. Schließlich soll sich die Öffentlichkeit an die neue Form der Mobilität frühzeitig gewöhnen. Ein spektakulärer Sportwagen mit Flügeltüren, noch etwas sperrig als „Vision Efficient Dynamics“ bezeichnet, erregt Aufmerksamkeit. Wie das „Megacity Vehicle“ (MCV), wird auch der „Vision“-Sportwagen in drei Jahren fertig sein.

Unterschiedliche Konzepte

„Vor fünf Jahren haben wir damit begonnen, eine Elektrofahrzeug-Architektur festzulegen“, berichtet Dr. Philip Köhn. Der BMW-Ingenieur, verantwortlich für Gesamtfahrzeugentwicklung und Konzepte, erklärt die grundsätzlichen konzeptionellen Unterschiede von Megacity-Vehicle und dem Sportwagen Vision Efficient Dynamics: „Die Passagiere des Sportwagens werden 30 Zentimeter tiefer sitzen als im MCV. Um das zu erreichen, ordnen wir die Batterie-Zellen zwischen den Sitzen an, während sie im MCV flächig über den Unterboden verteilt sind.“

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Und während das Megacity Vehicle rein elektrisch fahren soll, kommt beim Vision-Sportler ein Dreizylinder-Dieselmotor mit 1,5 Liter Hubraum und 120 kW/163 PS im Zusammenspiel mit zwei E-Motoren an Vorder- und Hinterachse zum Einsatz. Alle drei Kraftquellen zusammen entfalten eine Leistung von maximal 241 kW/328 PS und beschleunigen den Technologieträger auf bis zu 250 km/h.

Rein elektrisch bis 60 km/h

Das relativ geringe Leergewicht der Sportwagen-Studie von 1396 Kilo wurde durch eine Fahrgastzelle aus Karbon und viel Aluminium im Antriebsstrang ermöglicht. Momentan diskutieren die Ingenieure, bis zu welchen Geschwindigkeiten im City-Verkehr der reine Elektroantrieb bevorzugt werden soll: „Als ein mögliches Denkmodell sehen wir vor, im Bereich von 60 km/h auf jeden Fall elektrisch zu fahren, um in der Stadt gut mitschwimmen zu können. Ab ungefähr 75 bis 80 km/h könnte dann der Verbrennungsmotor übernehmen“, so Strategieplaner Köhn.

Ein wichtiges Arbeitsfeld ist das Batteriemanagement. Der Energiespender wird für den Vision-Sportwagen vom Konsortium Sanyo/Bosch geliefert, für das MCV behält sich BMW die Bekanntgabe des Lieferanten noch vor. Der Entladehub, also der prozentuale Wert zu dem die Batteriekapazität angezapft werden soll, ehe nachgeladen wird, muss sorgfältig abgestimmt werden.

Thema Innenraum-Isolierung

Im Elektrofahrzeug der Zukunft wird die Innenraum-Isolierung ein neues, wichtiges Thema sein. Der Energiebedarf von Klimaanlage und Heizung wirkt sich direkt auf die mögliche Fahrstrecke aus. Wird gut geheizt oder gekühlt, sinkt die elektrisch realisierbare Reichweite.

Als rein elektrische Reichweite sieht BMW 50 Kilometer vor. „Beim Feldversuch mit dem Mini E haben wir gelernt, dass unsere Kunden fast nie die ansonsten oft beschworene Reichweitenangst kennen“, so Köhn. Auch aufgeladen wurde der Stromspeicher bei der Alltagserprobung des Elektro-Mini nicht jeden Tag. Diese interessanten Praxiserkenntnisse sollen bei den beiden Project-i-Varianten für 2013 natürlich berücksichtigt werden.

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