BMW-Gewinn bricht ein

WLTP, Rückstellungen und China-Zölle drücken die Bilanz

| Autor: Andreas Wehner

(Bild: BMW)

BMW hat im dritten Quartal trotz eines höheren Umsatzes weniger Geld verdient. Wie der Autobauer am Mittwoch mitteilte, ging das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 26,8 Prozent auf 1,75 Milliarden Euro zurück. Der Konzernüberschuss sank um 23,9 Prozent auf auf 1,41 Milliarden Euro. Gleichzeitig steigerte BMW von Juli bis September den Umsatz um 4,7 Prozent auf 24,7 Milliarden Euro. Die Verkäufe stiegen um 0,3 Prozent auf 592.000 Einheiten.

Wie die gesamte Branche sei BMW „zunehmend mit anhaltenden externen Belastungen konfrontiert, die wir in Summe nicht vollständig kompensieren können“, sagte Finanzvorstand Nicolas Peter laut Mitteilung.

Die WLTP-Umstellung habe den europäischen Markt aus dem Gleichgewicht gebracht. „Obwohl unsere Fahrzeuge frühzeitig und termingerecht zertifiziert wurden, konnten wir uns von der Marktentwicklung nicht abkoppeln“, sagte Peter. Vor allem die hohem Rabatte im Umfeld der Umstellungen haben sich auch auf die BMW-Verkäufe ausgewirkt. „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, nicht jeden Preiskampf mitzugehen“, betonte der Finanzchef.

Zudem machte BMW der Handelsstreit zwischen den USA und China zu schaffen, der für höhere Zölle sorgt. Somit tut sich BMW schwerer, seine in den USA gebauten SUV-Modelle in China zu verkaufen. Rückstellungen für Gewährleistung und Kulanz hätten das Ergebnis zusätzlich belastet, so Peter. Hinzu kämen höhere Rohstoffpreise sowie ungünstige Wechselkurse.

Im bisherigen Gesamtjahr lagen die Auslieferungen der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce mit 1,83 Millionen Einheiten um 1,3 Prozent über dem Niveau der ersten neun Monate 2017. Der Umsatz ging jedoch – vor allem Aufgrund von Währungseffekten – um 1,2 Prozent auf 72,5 Milliarden Euro zurück. Der Konzernüberschuss von Januar bis September betrug 5,8 Milliarden Euro, was einem Minus von 8,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.

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Die im September gesenkte Jahresprognose bekräftigte BMW: Der Autobauer rechnet mit mehr Verkäufen als im Vorjahr, erwartet aber gleichzeitig einen leicht sinkenden Umsatz im Segment Automobile sowie ein leicht rückläufiges Vorsteuerergebnis. Die Ebit-Marge im Automobilgeschäft soll den Erwartungen zufolge bei mindestens sieben Prozent liegen.

Für das kommende Jahr äußerte sich Peter vorsichtig: „Wir gehen in einem hochvolatilen Umfeld in das letzte Quartal. Wir können nicht ausschließen, dass uns einige der genannten Faktoren auch über das Jahr 2018 hinaus belasten werden“, sagte der BMW-Finanzchef. Positive Impulse erwartet er sich hingegen vom Start der neuen Generation der wichtigen 3er-Baureihe sowie vom 8er, dessen restliche Derivate 2019 auf den Markt kommen sollen.

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