BMW i3: Euphorie-Welle lässt nach

Autor: Christoph Baeuchle

BMW sieht sich mit seiner Elektrostrategie im Plan: 100 i3 werden täglich produziert. Doch in Deutschland spüren die Händler nun ein Nachlassen der Euphorie-Welle.

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Kurzfristiger Hype oder langfristige Nachfrage? BMW sieht sich im Plan.
Kurzfristiger Hype oder langfristige Nachfrage? BMW sieht sich im Plan.
(Foto: BMW)

Der Münchner Autobauer BMW ist laut eigener Aussage mit seiner Elektrostrategie weiter gut auf Kurs. Die Nachfrage nach dem i3 sei hoch. „Allein im März haben wir rund 1.000 BMW i3 abgesetzt“, sagte BMW-Chef Norbert Reithofer im Rahmen einer Telefonkonferenz nach Veröffentlichung der Quartalsergebnisse. Im ersten Jahresviertel wurden weltweit 2.022 Stück verkauft.

Bereits im Vorfeld hatte Reithofer von rund 11.000 Vorbestellungen und einer Auslastung der Produktion über mehrere Monate gesprochen. Seit Jahresbeginn hat BMW über 5.000 i3 gebaut. Derzeit produziert das Unternehmen täglich rund 100 Elektroautos im Werk Leipzig. Einen Großteil der Produktion hat es bislang als Vorführ- und Ausstellungsfahrzeuge an die Märkte geliefert.

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In Deutschland wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt im ersten Quartal 638 i3 neu zugelassen. Die BMW-Niederlassung in Bonn, die einer von deutschlandweit 47 i-Agenten ist, hat seit Jahresbeginn 26 Elektroautos ausgeliefert. Bis Jahresende sollen es rund 200 sein. Die bundesweiten Pläne nennt BMW bislang nicht. Händlerstimmen beziffern die Absatzziele jedoch auf 5.000 Einheiten – das wären pro Agent im Schnitt 100 Fahrzeuge.

Zu den BMW-i-Agenten zählt auch das Autohaus May & Olde aus Schleswig-Holstein. Das Unternehmen startete den Verkauf des neuen BMW-Stromers i3 im Itzehoer Stammhaus. Für das Elektroauto ist ein eigener Verkäufer zuständig, der den Kunden bei Roadshows und im Außendienst das neue Modell und dessen Technologie erklärt. Laut Geschäftsführer Christian Rönsch hat das Unternehmen seit November pro Monat durchschnittlich drei Exemplare des BMW i3 verkauft.

Nach Informationen von »kfz-betrieb« aus Händlerkreisen sind die Auftragseingänge seit April jedoch bundesweit rückläufig. Firmengründer und Gesellschafter Michael May wundert dies nicht: „Nach der ersten Euphorie rund um die Markteinführung des i3 beginnt für uns nun die richtige Arbeit. Jetzt gilt es, die Probefahrten in konkrete Kaufabschlüsse umzumünzen.“

Auch bezüglich des Sportwagens i8 berichten BMW und seine Händler von großem Interesse der Verbraucher. Noch bevor das Fahrzeug mit Plug-in-Hybrid auf dem Markt ist, haben die Händler bereits Verträge und Vorverträge über das mindestens 126.000 Euro teure Fahrzeug geschlossen.

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Kein Wunder also, dass die Händler zuversichtlich sind. Die Bonner BMW-Niederlassung hat bereits 18 Reservierungen, ohne dass das Elektroauto zu Präsentationszwecken im Haus war. Ziel der Niederlassung ist es nun, die Reservierungen möglichst rasch in Verträge umzuwandeln.

Die insgesamt positive Entwicklung ermutigt BMW, neue Elektroautos zu entwickeln. Zwischen dem i3 und dem i8 gebe es noch genügend Raum für neue Modelle, bekräftigte Reithofer erneut. Einen konkreteren Einblick in die Pläne des Münchner Autobauers gab er jedoch nicht.

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 Christoph Baeuchle

Christoph Baeuchle

Chefreporter Automobilwirtschaft & Politik/Verbände