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BMW-Partner Brilliance in Zahlungsschwierigkeiten

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Der chinesische Autobauer Brilliance wankt, das Unternehmen konnte eine Anleihe nicht rechtzeitig zurückzahlen. Bekannt geworden ist das Unternehmen hierzulande durch einen gescheiterten Marktstart in Europa – und als wichtiger Produktionspartner von BMW.

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Als Autobauer nicht mehr sehr erfolgreich: Brilliance – im Bild das SUV V7 – hat Liquiditätsprobleme.
Als Autobauer nicht mehr sehr erfolgreich: Brilliance – im Bild das SUV V7 – hat Liquiditätsprobleme.
(Bild: Stefan Grundhoff)

Eine Partnerfirma von BMW in China hat mit Zahlungsschwierigkeiten zu kämpfen. Wie aus einer an der Shanghaier Börse veröffentlichten Mitteilung hervorging, konnte der Autokonzern Brilliance eine am vergangenen Freitag fällig gewordene Unternehmensanleihe im Wert von einer Milliarde Yuan und 53 Millionen Yuan an Zinsen (zusammen etwa 126,8 Mio. Euro) nicht rechtzeitig zurückzahlen.

Man arbeite noch immer hart daran, die notwendigen Mittel aufzunehmen und befinde sich in Verhandlungen mit Investoren, hieß es in einer weiteren Börsen-Mitteilung, die auf Montag datiert war.

Finanziell angespannte Lage bereits längere Zeit bekannt

Die finanziell angespannte Lage bei Brilliance ist schon länger bekannt. So berichtet das chinesische Wirtschaftsmagazin Caixin, dass die Staatsfirma bis Ende Juni auf einem Schuldenberg von 132,8 Milliarden Yuan saß.

Brilliance und BMW bauen in einem Joint Venture gemeinsam Autos der Marke BMW für den chinesischen Markt. Die erfolgreiche Gemeinschaftsfirma trug laut Angaben von Caixin zuletzt 90 Prozent des Umsatzes von Brilliance bei.

Vor zwei Jahren hatte BMW angekündigt, seinen Anteil am Gemeinschaftsunternehmen mit Brilliance bis 2022 von 50 auf 75 Prozent erhöhen zu wollen. Die Zahlungsschwierigkeiten des chinesischen Partners wollte ein BMW-Sprecher in Peking am Dienstag nicht kommentieren.

Vor gut einem Jahrzehnt war Brilliance als Autobauer einem interessierten Publikum hierzulande bekannt geworden, als ein deutscher Importeur versuchte, Modelle des Autobauers hierzulande zu etablieren. Der Versuch scheiterte jedoch unter anderem am mangelnden Interesse der Kunden.

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