BMW: Profitbringer Gebrauchtfahrzeug-Business

Autor / Redakteur: Stephan Maderner / Jens Rehberg

Vertriebsleiter Karsten Engel spricht am Rande der AMI über sinkende Standtage, nachlassende Rabatte und steigende Erträge bei BMW.

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Mit der Weltpremiere des 5er Touring erweist BMW der AMI in Leipzig seine Referenz. Der schicke Kombi, der allerdings erst am 18. September in den Schauräumen der Händler stehen wird, wertet das automobile Leipziger Messe-Event auf. Die weiß-blaue Marke, die nach einem Jahr Messepause wieder massiv Präsenz zeigt, hat gute wirtschaftliche Nachrichten im Gepäck. Karsten Engel, Leiter Vertrieb Deutschland BMW Group, unterstreicht im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE«, dass der Automobilkonzern und seine Händlerpartner sehr gut ins neue Jahr gestartet seien. Der Restwertverfall im Handel sei gestoppt, die Renditen stiegen dank eines anziehenden Gebrauchtwagenbusiness wieder und produktseitig belebten unter anderem der neue 5er und der X1 das Neufahrzeuggeschäft. Für den kleinsten Geländegänger von BMW meldet Engel bereits Lieferzeiten von bis zu fünf Monaten. „Der X1 ist ein hervorragender Eroberer“, meint Engel.

Im ersten Quartal 2010 verkaufte BMW zusammen mit Mini insgesamt 56.617 Einheiten, was einem Plus von 1,4 Prozent entspricht. Angesichts eines Gesamtmarktes, der im selben Zeitraum mit 22,8 Prozent minus aus dem Rennen ging, ein „fantastisches Ergebnis“, so Engel. Die Marke BMW (50.416 Einheiten) legte um 2,2 Prozent zu, Mini (6.201 Einheiten) lag dagegen 4,8 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahresergebnis. Hier kommt allerdings im Herbst mit dem viertürigen Mini-Countryman ein Fahrzeug, das auch beim Premiumanbieter im Kleinwagensegment wieder für frischen Absatzwind sorgt.

Am Wasserstoff dranbleiben

„Die Zahlen sprechen für uns, wir sind sehr optimistisch“, versichert Engel. Der Hersteller sei mit der Produktoffensive auf dem Weg zur jüngsten Fahrzeugflotte aller Zeiten. „BMW wird für jede Mobilitätsanforderung der Zukunft die richtige Antwort parat haben“, ergänzt BMW-Sprecher Alexander Bilgeri. In Leipzig sorgen zudem die Active-Hybrid-Modelle des X6 und des 7er für Furore. BMW forsche zudem weiter am Thema Wasserstoff. „Nachhaltigkeit steht bei uns ganz oben an“, so Engel.

Im Händlernetz betrug die durchschnittliche Umsatzrendite 2009 0,5 Prozent; 2010 habe man den Zielkorridor bis 1,5 Prozent fest im Visier. Mit dem Pilotkonzept für Retailstandorte mit geringeren Standards namens „Sales Light“, das GVO-konform europaweit derzeit bei ausgewählten Händlerbetrieben getestet wird, will BMW seinen Partnern helfen, „Geld aus den Prozessen rauszunehmen“, um Kosten einzusparen. Mit Hilfe von Best Practice-Beispielen wolle man das Händlernetz weiter professionalisieren.

„Positiver Renditetreiber für die Händler ist gegenwärtig das Gebrauchtwagengeschäft. Die Zahl der durchschnittlichen Standtage konnte in der BMW-Handelslandschaft auf mittlerweile 77 reduziert werden“, so Engel. Im vergangenen Jahr sei das GW-Business die Quelle des größten Verdrusses gewesen, und dieses Jahr die Quelle der größten Freude. Das Nachlassverhalten im Handel sei deutlich reduziert worden.

Das neue Margensystem, das aus Sicht von Engel „problemlos“ zum 1. Januar 2010 im Handel implementiert wurde, sei noch leistungsorientierter. „Ich will keine Belohnung nach dem Gießkannenprinzip, sondern nach ehrlicher Leistung bewerten“, sagt Engel.

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