BMW startet Online-Vertrieb in Großbritannien

Autor: Andreas Wehner

BMW-Kunden auf der Insel können sich künftig von zuhause aus ihr Fahrzeug konfigurieren und direkt kaufen – und zwar beim Handel. 95 Prozent der britischen Händler bieten den Online-Vertrieb an.

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Künftig können BMW-Kunden in Großbritannien überall und jederzeit ein Auto kaufen. Der Autobauer startet ein Online-Vertriebsmodell.
Künftig können BMW-Kunden in Großbritannien überall und jederzeit ein Auto kaufen. Der Autobauer startet ein Online-Vertriebsmodell.
(Foto: BMW)

BMW verkauft in Großbritannien ab sofort Neufahrzeuge über eine Online-Plattform. Unter www.bmw.co.uk können Kunden sich künftig von zuhause aus ein Fahrzeug aussuchen, komplett konfigurieren, finanzieren und online kaufen. Wie der Autobauer am Dienstag mitteilte, findet der eigentliche Verkauf jedoch beim Händler statt. Das Ziel von „BMW Retail Online“ sei es, den BMW-Händlern zusätzliche Kanäle und Möglichkeiten zu öffnen, um im Zeitalter der Digitalisierung mit potenziellen Kunden in Kontakt zu treten.

Bevor das System im gesamten Land ausgerollt wurde, hatten neun britische BMW-Händler die Online-Verkaufsplattform im Rahmen eines Pilotprojekts sechs Monate lang getestet. Der Test sei „sehr erfolgreich gewesen“, sagte eine BMW-Sprecherin. Sie nannte jedoch keine Zahlen, wie viele Autos im Pilotzeitraum online verkauft wurden. „Es waren Fahrzeuge quer durch die Produktpalette bis hin zum 7er dabei“, so die Sprecherin. Auch die Zahl der erwarteten Online-Verkäufe nennt BMW nicht.

Von den derzeit 146 BMW-Händlern in Großbritannien bieten 138 den Online-Vertrieb bereits an. Sie stehen für 99 Prozent des verkauften Volumens auf dem dortigen Markt. Bis auf wenige Ausnahmen wegen rechtlicher beziehungsweise technischer Probleme sollen bis zum Frühjahr 2016 alle britischen BMW-Partner angeschlossen sein. Die Teilnahme am Online-Vertrieb selbst kostet die Händler nichts, bezahlt werden müssen lediglich die obligatorischen Trainings.

Persönlicher Kontakt per Chat, E-Mail oder Telefon

Der Kunde startet mit dem Tool „Find your BMW“, das ihm vier einfache Fragen stellt, um sein ideales Modell zu finden. Anschließend konfiguriert er sein Fahrzeug. Dabei gibt es keine Einschränkungen. Alle Fahrzeuge und Ausstattungen, die in Großbritannien verfügbar sind, können bestellt werden. Braucht ein Kunde Hilfe im Konfigurationsprozess, hat er die Möglichkeit, von 8 bis 22 Uhr per Live-Chat, Telefon oder E-Mail mit einem so genannten „Product Genius“ in Kontakt zu treten. Diese spezialisierten Produktberater kommen im Rahmen des Vertriebskonzepts „Future Retail“ künftig auch in den Autohäusern zum Einsatz.

Hat der Kunde sein Fahrzeug konfiguriert, wählt er den gewünschten BMW-Händler aus. Dabei werden ihm auch Lagerfahrzeuge mit schnellerer Lieferzeit angeboten, die seinen Wünschen entsprechen oder nahekommen. Schließlich wählt er seine bevorzugte Finanzierungsmethode und schließt dann den Kauf mit dem gewählten BMW-Händler im „Retailer Online Showroom“ ab.

Keine konkreten Pläne für Deutschland

Über eine mögliche Einführung in Deutschland schweigt sich BMW aus. Derzeit gebe es keine konkreten Pläne, den Online-Vertrieb in weiteren Ländern zu starten, sagte die BMW-Sprecherin. Was in einem Markt funktioniere, lasse sich nicht zwangsläufig auf andere Märkte übertragen. Man wolle jedoch aus den Erfahrungen in Großbritannien lernen und prüfen, ob ein solches Angebot auf weiteren Märkten sinnvoll sei.

Großbritannien ist der viertgrößte Markt für den BMW-Konzern. Der Autobauer verkaufte dort in den ersten zehn Monaten dieses Jahres knapp 140.000 Fahrzeuge seiner Kernmarke. Im gesamten Jahr 2014 waren es gut 150.000 Einheiten.

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 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«