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BMW will CO2-Ziele 2020 schaffen

| Autor / Redakteur: dpa / Andreas Wehner

Bei 100 Gramm CO2 pro gefahrenem Kilometer liegt die Grenze für BMW in diesem Jahr. Unter anderem durch mehr verkaufte E-Autos und Plug-in-Hybride will der Autobauer den Wert unterbieten und Strafzahlungen vermeiden. Insgesamt sind die Münchner in Sachen Absatz gut ins Jahr gestartet.

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Das Angebot an elektrifizierten Fahrzeugen bei BMW wächst.
Das Angebot an elektrifizierten Fahrzeugen bei BMW wächst.
(Bild: BMW)

Mit einem Wert von gut 100 Gramm CO2-Ausstoß pro gefahrenem Kilometer will BMW seine EU-Ziele in diesem Jahr schaffen. Das kündigte Finanzchef Nicolas Peter am Donnerstag vor Journalisten in München an. Dazu müssen die CO2-Emissionen im Vergleich zum Vorjahr um rund 20 Prozent sinken. Für 2018 hatte BMW in der neu verkauften Flotte im Schnitt einen Ausstoß von 128 Gramm gemeldet, im vergangenen Jahr ist dieser laut Peter nur knapp gesunken.

Ein Drittel der geplanten Einsparungen bei den CO2-Emissionen soll durch neue, emissionsärmere Modelle kommen. 2020 wolle das Unternehmen rund 140.000 elektrifizierte Autos in Europa absetzen, sagte Peter. Über 40.000 Autos sollen rein elektrisch sein, darunter der i3 und ab Ende des Jahres das in China gebaute SUV iX3. Der Rest soll auf Plug-in-Hybrid-Modelle entfallen.

Im vergangenen Jahr hatte BMW mehr als 85.000 Elektroautos und Plug-in-Hybride verkauft. Insgesamt setzt der Dax-Konzern in Europa rund eine Million Autos ab und geht auch dieses Jahr von dieser Größenordnung aus.

Weltweit rechnet BMW für 2020 früheren Angaben zufolge mit einem leichten Absatzplus. Im Januar steigerte BMW den globalen Absatz konzernweit um 2,1 Prozent auf gut 174.000 Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce. Bei der Stammmarke BMW kam das Unternehmen laut Peter auf ein Plus von 2,9 Prozent.

China-Vertrieb läuft wieder an

Unterdessen fährt BMW neben der Produktion auch den Vertrieb in China wieder hoch. In dem vom Ausbruch der Coronavirus-Epidemie besonders betroffenen Land hätten mittlerweile zwischen 65 und 70 Prozent der BMW-Händler ihre Autohäuser wieder geöffnet, sagte Finanzchef Nicolas Peter am Donnerstag in München. Vergangene Woche seien es nur 15 bis 20 Prozent gewesen.

Vor einer Woche hatte der Konzern die Produktion in seinen Werken in der nordostchinesischen Stadt Shenyang wieder angefahren, die Region ist weniger von dem Virus betroffen als andere. China ist für BMW wie für die anderen deutschen Autobauer der mit Abstand wichtigste Einzelmarkt.

BMW hält weiter an dem Ziel fest, den Absatz in China in diesem Jahr um 5 bis 10 Prozent zu steigern. Bisher habe man nach dem chinesischen Neujahrsfest anderthalb Wochen verloren, sagte Peter. Es sei viel zu früh, etwas über die Auswirkungen auf das Gesamtjahr zu sagen: „Das ist Glaskugellesen momentan.“

Virus-Auswirkungen in Februarzahlen spürbar

Im Januar sei der BMW-Absatz in China gegen den Trend gestiegen, sagte Peter. Vor allem das in diesem Jahr früher liegende Neujahrsfest hatte den Gesamtmarkt im Januar belastet, Experten rechnen aber auch mit deutlichen Einschränkungen wegen des Virus in den ersten Jahresmonaten.

„Wir werden das im Februar spüren“, sagte auch Peter. Die Lieferketten in China seien derzeit stabil, auch bei der Zulieferung von Teilen aus China in andere Regionen sei derzeit kein Stocken abzusehen. In den chinesischen Fabriken seien Vorkehrungen für die Mitarbeiter getroffen worden, unter anderem werde dreimal am Tag Fieber gemessen.

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