Neue Strategie BMW will den Vertrieb stärker digitalisieren

Autor Andreas Wehner

Der Autobauer will 2025 ein Viertel des Absatzes online machen. Dazu nimmt BMW laut Vertriebsvorstand Pieter Nota jährlich einen dreistelligen Millionenbetrag für die Digitalisierung von Vertrieb und Marketing in die Hand.

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BMW-Vertriebsvorstand Pieter Nota setzt stärker auf nachbuchbare Dienste.
BMW-Vertriebsvorstand Pieter Nota setzt stärker auf nachbuchbare Dienste.
(Bild: BMW)

BMW will bis 2025 jährlich einen dreistelligen Millionenbetrag in die Digitalisierung von Vertrieb und Marketing investieren und deutlich mehr Autos online verkaufen. „Kunden wünschen sich gerade zu Zeiten von Corona einen möglichst kontaktlosen, aber auch komfortablen Verkaufsprozess“, sagte BMW-Vertriebschef Pieter Nota am Freitag in München. Ein Viertel des Absatzes will BMW 2025 online machen.

Daher habe man bereits in einigen Märkten einen Online-Verkaufsprozess für die Handelspartner eingeführt. 2021 soll dies in weiteren Ländern passieren. „Gemeinsam mit den Händlern arbeiten wir daran, dass unsere Kunden künftig auch ihr individuell konfiguriertes Wunschfahrzeug komplett online kaufen und sich bis vor die Haustür liefern lassen können“, sagte Nota. In Deutschland sind aktuell erste Online-Plattformen für junge Gebrauchtwagen bei BMW-Niederlassungen aktiv. Die Ausrollung von Plattformen für Bestandsfahrzeuge sei nun sukzessive für die ganze Handelsorganisation geplant, teilte eine BMW-Sprecherin auf Anfrage von »kfz-betrieb« mit.

Gleichzeitig will BMW den Absatz digital nachbuchbarer Dienste und Fahrzeugfunktionen deutlich ausbauen. Kunden können künftig beispielsweise Funktionen aus den Bereichen Fahrassistenz, Licht, Sound und sogar Fahrwerk nachträglich hinzu kaufen – auch auf Zeit.

Als Beispiel führt Nota die Lenkradheizung an: „Ist der Kunde bei Minustemperaturen unterwegs, kann unser Sprachassistent ihn künftig gezielt einladen, für einen Testzeitraum kostenlos die Lenkradheizung zu erleben“, erläutert der Vertriebsvorstand. Gefällt dem Kunden das Feature, bezahlt er für das entsprechende Upgrade - vielleicht auch nur in der kalten Jahreszeit oder während des Winterurlaubs.

BMW plant 2021 mit doppeltem BEV-Absatz

BMW will zudem den Absatz rein elektrischer Fahrzeuge in diesem Jahr verdoppeln. Bislang haben die Münchner mit dem i3, dem Anfang 2020 auf den Markt gekommenen Mini Cooper SE und dem kürzlich gestarteten BMW iX3 drei rein batteriebetriebene Fahrzeuge im Portfolio. 2021 folgen der BMW iX und der BMW i4. Dazu gibt es aktuell zehn Plug-in-Hybride. Insgesamt sollen die Verkäufe elektrifizierter Autos in diesem Jahr um die Hälfte steigen.

Bis 2023 will BMW die Palette auf 25 elektrifizierte Fahrzeuge nahezu verdoppeln. Mehr als die Hälfte dieser Autos sollen dann vollelektrisch sein.

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