BMW Z4: Zurück zu den Wurzeln

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Die erste Generation war noch eine echte Fahrmaschine mit Faltverdeck. Doch dann hat sich der BMW-Roadster zum Cruiser für Sonntagsfahrer gewandelt. Mit der vierten Auflage soll endlich wieder alles beim Alten sein. Ob das funktioniert, zeigt eine erste Ausfahrt.

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Der neue BMW Z4 kommt erst 2019. Im noch getarnten Prototyp gewährte BMW jedoch erste Einblicke, was das neue Modell kann.
Der neue BMW Z4 kommt erst 2019. Im noch getarnten Prototyp gewährte BMW jedoch erste Einblicke, was das neue Modell kann.
(Bild: BMW)

Die Spuren seiner Arbeit kann man Jos van As deutlich ansehen. Schon früh im Sommer hat der hagere Holländer einen tiefdunklen Teint. Und den hat er nicht in den Ferien bekommen, sondern beim Fahren. Denn der Holländer ist Leiter der Fahrdynamik-Entwicklung bei BMW und sitzt seit gut zwei Jahren im neuen Z4.

Knapp ein halbes Jahr vor der Weltpremiere beim Concours d’Elegance in Pebble Beach ist er mittlerweile von früh bis spät mit dem Roadster unterwegs, gibt ihm den letzten Schliff – und verbrennt sich dabei regelmäßig das kahle Haupt.

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Dass sich die Abteilung Fahrdynamik so intensiv mit dem Zweisitzer beschäftigt, hat einen einfachen Grund: „Das Auto soll wieder zu einer Fahrmaschine werden“, sagt van As. War der letzte Z4 von der Fahrwerksabstimmung über das veraltete Infotainment bis zum versenkbaren Hardtop mit Kompromissen beladen, steht bei der neuen Auflage die Freude am Fahren wieder im Vordergrund: „Das ist ein Auto, für das man sogar gerne früh aufsteht und die Straßen genießt, so lange sie noch leer sind.“

Dafür hat sich van As nicht nur auf tausenden von Testkilometern so manchen Sonnenbrand eingefangen, sondern vor allem hat er den Wagen völlig anders ausgestattet und abgestimmt: Zum ersten Mal gibt es variable Dämpfer, es gibt die progressive Sportlenkung aus dem M240i und ein elektronisch gesteuertes Differential an der Hinterachse. Dazu die deutlich breitere Spur, einen um drei Zentimeter verkürzten Radstand und 50 Kilo weniger Gewicht.

Die Landstraße wird zur Lustmeile

Obwohl der Z4 sogar acht Zentimeter in die Länge gegangen ist, fühlt er sich bei der ersten Ausfahrt im noch getarnten Prototypen handlicher an als je zuvor und man mag kaum mehr aussteigen. Egal ob das Dach offen oder geschlossen ist, macht der Z4 die Landstraße zur Lustmeile, mit jeder Minute, die man am Steuer sitzt, kommen sich Mensch und Maschine näher und irgendwann sind beide eins. Spätestens dann weiß man auch nicht mehr, ob man den Roadster jetzt mit der Lenkung auf Kurs hält, ob man ihn mit dem Gaspedal in Position bringt oder ihn alleine mit der Kraft seiner Gedanken steuert, so intuitiv folgt man der idealen Linie.

Das werden nicht nur BMW-Fans gerne hören. Sondern darauf bauen sie auch bei Toyota. Schließlich haben sich die Japaner an das BMW-Projekt dran gehängt und bei den Bayern ein Coupé auf Z4-Basis in Auftrag gegeben, das die legendäre Supra beerben soll. Und nachdem man allen Bekundungen von Firmenchef Akio Toyoda zum Trotz ein bisschen an Lust und Leidenschaft der Toyota-Ingenieure zweifeln darf, ist die Wiederentdeckung der Fahrfreude auch für die Toyota-Gemeinde eine frohe Botschaft.

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