Gebrauchtwagenmarkt Boom ist im Juni in fast allen Segmenten gestoppt

Autor: Andreas Grimm

Wirtschaftliche Unsicherheit und die Lieferschwierigkeiten bei Neuwagen machten Gebrauchtfahrzeuge in den vergangenen Monaten attraktiv. Doch im Juni ist die Entwicklung plötzlich negativ.

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Die Zahl der Pkw-Besitzumschreibungen ist im Juni gegenüber dem Vorjahreswert leicht gesunken. Trotzdem sind die Zahlen auf hohem Niveau.
Die Zahl der Pkw-Besitzumschreibungen ist im Juni gegenüber dem Vorjahreswert leicht gesunken. Trotzdem sind die Zahlen auf hohem Niveau.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Der deutsche Gebrauchtfahrzeugmarkt hat im Juni einen Dämpfer erhalten. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) ging die Zahl der Besitzumschreibungen sowohl im Bereich der Pkw als auch der Nutzfahrzeuge im Vergleich zum Vorjahresmonat zurück. Nach einem halben Jahr sind dennoch in fast allen Fahrzeugklassen mehr Halterwechsel festzustellen als im Vorjahreszeitraum.

Bei den Pkw-Besitzumschreibungen weist das KBA für den Juni 630.718 Halterwechsel aus. Das waren 1,2 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Allerdings hatten im Juni 2020 – bedingt durch Nachholeffekte nach dem Corona-Lockdown – besonders viele Pkw einen neuen Halter gefunden. Ein ähnlich hoher Stand in einem Juni ist zuletzt für das Jahr 2017 dokumentiert.

Gleichwohl weist der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe darauf hin, „dass Privatkunden wegen der Problematik mangelnder Halbleiter-Zulieferungen immer noch verstärkt auf Gebrauchtwagen, Händler- und Tageszulassungen zurückgreifen“. Das Nachfrage-Plus zeigt sich in der Halbjahresbetrachtung: In den ersten sechs Monaten des Jahres wechselten 3,37 Millionen Pkw den Halter – 5,2 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 liegt der Gebrauchtwagenmarkt nach sechs Monaten allerdings noch rund 250.000 Pkw-Umschreibungen zurück.

Juni-Rückgänge bei den Nutzfahrzeugen

Blickt man auf die Nutzfahrzeuge, zeigt sich auch hier ein Rückgang der Besitzumschreibungen. Bei den Lkw fällt er mit einem Minus von 0,2 Prozent auf 35.996 Einheiten recht gering aus. Dagegen ist dieses Boom-Segment der letzten Jahre in der Gesamtschau des ersten Halbjahres weiterhin klar im Plus. 216.500 Lkw-Umschreibungen sind 14 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Bei den Zugmaschinen ist der Juni-Rückgang um 5,8 Prozent auf 12.250 Einheiten schon deutlicher sichtbar. Nach sechs Monaten steht hier dennoch ein Plus um 16,3 Prozent auf 75.500 Einheiten in der Statistik. Ganz anders die Entwicklung bei den Bussen. Hier explodierten die Zahlen im Juni um 50 Prozent auf 496 Einheiten. Im bisherigen Jahresverlauf steht aber bei 2.500 Halterwechseln ein Minus von 7,8 Prozent.

Auch bei den Krafträdern hat im Juni eine Normalisierung nach dem hohen Wert des Vorjahres eingesetzt: 65.239 Umschreibungen sind 10,7 Prozent weniger als im Vergleichsmonat 2020. Insgesamt sind Krafträder aber gefragt: Das Plus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum liegt bei 8,7 Prozent.

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Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«