Borgward macht Bremen zum Elektro-Zentrum

Autor Christoph Seyerlein

Borgward hat seine Rückkehr nach Bremen nun auch vertraglich fixiert. Ab 2019 will die Marke in der Hansestadt wieder Autos fertigen. Borward-Chef Ulrich Walker hat für den Standort große Pläne.

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Borgward-Vorstand Ulrich Walker (re.) mit WFB-Geschäftsführer Andreas Heyer.
Borgward-Vorstand Ulrich Walker (re.) mit WFB-Geschäftsführer Andreas Heyer.
(Bild: Borgward)

Schon länger sind die Pläne von Borgward bekannt, nach Bremen zurückkehren zu wollen, nun hat die Marke ihr Vorhaben konkretisiert. Die Borgward Group und die Wirtschaftsförderung Bremen haben laut einer Mitteilung eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, wonach Borgward ein 140.000 Quadratmeter großes Gelände im Güterverkehrszentrum der Stadt erwirbt. Laut Borgward-Vorstandschef Ulrich Walker soll dort „das weltweite Kompetenzzentrum für Elektromobilität“ der Marke entstehen. Über den Kaufpreis des Areals machten beide Seiten keine Angaben.

Konkret will Borgward in Bremen ab 2019 mit der Produktion beginnen. Im ersten Schritt sollen dort nur einige Komponenten verarbeitet werden. Geplant ist eine sogenannte SKD-Produktion (semi knocked down), bei der vormontierte Fahrzeuge nur noch fertig zusammengebaut werden. Dazu soll die neue Fabrik eng mit dem zentralen Werk in Peking zusammenarbeiten. Je nach Bedarf und Nachfrage will Borgward die Fertigung in Bremen aber auch in eine Vollproduktion umwandeln können.

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Laut Mitteilung plant der Hersteller in der Hansestadt mit einer Kapazität von 50.000 Fahrzeugen pro Jahr. Zunächst sollen in Bremen nur rein elektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride vom Band laufen und von dort in ganz Europa und weiteren Regionen vermarktet werden.

Anfang des kommenden Jahres will Borgward mit dem Bau seines neuen Bremer Standorts beginnen. Dazu hat die Marke bereits einen Architekturwettbewerb gestartet. Neben der Fertigung plant Borgward auf dem Gelände eine Teststrecke, ein Auslieferungszentrum und ein Brand-Studio.

Einst größter Arbeitgeber Bremens

Die Marke Borgward hatte 2015 ihr Comeback gestartet. Mit Unterstützung des chinesischen Nutzfahrzeugbauers Foton hat der Autobauer im Juni des vergangenen Jahres in China mit dem Fahrzeugverkauf begonnen. Ab dem kommenden Jahr sollen auch in Deutschland Borgward-Autos auf den Markt kommen. Für das Mittelklasse-SUV BX7 liegen nach Borgward-Angaben in China bereits 15.000 Bestellungen vor. Als zweites Modell soll später der kleinere BX5 folgen.

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Borgward schrieb zwischen 1924 und 1961 ein Stück deutsche Automobilgeschichte mit. Das Unternehmen beschäftigte in seiner Blütezeit 23.000 Menschen und war in den 50er Jahren zeitweise der drittgrößte Autobauer in Deutschland. Bekannt wurde das Unternehmen unter anderem durch Modelle wie Isabella, Arabella, Hansa 1500 und Hansa 2400. 1961 musste die Unternehmensgruppe – damals größter Arbeitgeber Bremens – nach öffentlich gewordenen finanziellen Schwierigkeiten Konkurs anmelden.

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