Bosch: Der Diesel auf Wachstumskurs

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Ein kleiner US-Dieselboom

Außer von diesen technischen Weiterentwicklungen erwartet Bosch aus den einzelnen Märkten Rückenwind für den Dieselmotor. So stehe man in den USA vor einem – zugegeben, kleinen – Dieselboom, da die neue Abgasgesetzgebung eine verbrauchsorientierte Besteuerung vorsieht. Der aktuelle Zulassungsanteil von Diesel-Pkw von 2,7 Prozent könnte bis zum Jahr 2018 auf zehn Prozent anwachsen.

Diesen Optimismus stütze auch die Tatsache, dass erstmals nach langer Zeit die amerikanischen Hersteller Dieselmodelle auf ihrem Heimatmarkt anbieten. Außerdem sei absehbar, dass bis in fünf Jahren etwa 60 Dieselfahrzeugmodelle den Markt in Nordamerika beleben – von europäischen, amerikanischen und asiatischen Herstellern. Der amerikanische Autokäufer scheint den Diesel inzwischen akzeptiert zu haben. Stünden von einem Modell sowohl Otto- als auch Diesel-Varianten zur Verfügung, würden heute 30 Prozent zur Dieselvariante greifen, so Heyn. Um die Jahrtausendwende seien es nur zehn Prozent gewesen.

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Höherer Diesel-Anteil in Korea

Auch in Asien sieht er positive Bewegungen. So sei der Diesel-Anteil bei Pkw in Korea in den letzten drei Jahren von etwa 20 auf 30 Prozent gewachsen. In Japan – einem Diesel-Pkw-Nischenmarkt mit weniger ein Prozent Marktanteil – biete jetzt BMW alle Modelle auch als Dieselvariante an und verzeichne nach eigenen Angaben eine sehr gute Resonanz.

Deutlich mehr Potenzial erwartet Bosch in China, wo Dieselmotoren besonders im SUV derzeit hohe Marktanteile gewinnen würden. In Indien hingegen – mit 15 Prozent aller Diesel-Pkw nach Europa der zweitgrößte Markt – ist der Dieselmotor schon heute der vorherrschende Pkw-Antrieb. Hier versprechen vor allem einfache, kostengünstige Systeme gute Geschäfte.

Infrastruktur spielt dem Diesel in die Karten

Auch die Infrastruktur wird die nächsten Jahre dem Diesel in die Karten spielen. So habe eine von Bosch in Auftrag gegebene Studie herausgefunden, dass mit neuer Raffinerietechnik der bisher starre Anteil von jeweils 50 Prozent Otto- und Dieselkraftstoff in der Produktion um bis zu sieben Prozent auf die eine oder andere Seite variiert werden könne. Zudem würde die Kraftstoffqualität in vielen Regionen langfristig besser, und schwefelärmer Diesel werde immer leichter verfügbar. Unter diesen Vorzeichen rechnet Bosch im Jahr 2015 mit zwölf Millionen verkauften Common-Rail-Einspritzsystemen. Das wäre eine Steigerung um die Hälfte verglichen mit dem Jahr 2012.

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