Bosch startet gut ins Jubiläumsjahr

Redakteur: Gerd Steiler

Der Stuttgarter Automobilzulieferer hat im ersten Quartal ein Umsatzplus von rund 15 Prozent eingefahren. Zugleich bestätigt der Konzern seine Umsatzerwartungen für 2011 von über 50 Milliarden Euro.

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Der weltgrößte Autozulieferer Bosch ist gut ins Jubiläumsjahr 2011 gestatet. Wie das Unternehmen am Donnerstag in Stuttagrt mitteilte, stieg der Konzernumsatz in den ersten drei Monaten dieses Jahres um rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Trotz der Unsicherheiten infolge der Umwelt- und Atomkatastrophe sieht das Unternehmen weiterhin günstige Wachstums- und Ertragsperspektiven. „Wir sind zuversichtlich 2011 beim Umsatz erstmals die Marke von 50 Milliarden Euro zu übertreffen“, so Konzernchef Franz Fehrenbach bei der Bilanz-Pressekonferenz in Stuttgart.

Sattes Umsatzplus

Die gute Entwicklung spiegele sich auch in der Beschäftigung wider. Bis zum Jahresende soll die Zahl der Mitarbeiter weltweit auf rund 300.000 steigen. Mehr als die Hälfte der rund 15.000 neuen Jobs sollen in der Region Asien/Pazifik entstehen, heißt es. Allein in Deutschland will Bosch im Jahresverlauf etwa 900 neue Stellen schaffen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte der Autozulieferer seinen Umsatz um 24 Prozent auf 47,3 Milliarden Euro steigern. Das Ergebnis vor Steuern erreichte im Berichtsjahr 3,5 Milliarden Euro gegenüber einem Verlust von 1,2 Milliarden Euro im Krisenjahr 2009. Unterm Strich erzielten die Stuttgarter einen Nettogewinn von 2,5 Milliarden Euro. Die Umsatzrendite vor Steuern lag im Geschäftsjahr 2010 bei 7,4 Prozent. Ziel von Bosch sei es, weiterhin eine Vorsteuerrendite von 7 bis 8 Prozent zu erreichen, heißt es.

Kfz-Sparte mit höchstem Zuwachs

In der Sparte Kraftfahrzeugtechnik konnte Bosch den Umsatz um 29 Prozent auf 28,1 Milliarden Euro steigern. Das Ergebnis vor Steuern (EBIT) lag bei 2,3 Milliarden Euro. Damit erzielte dieser Bereich die größten Verbesserungen, heißt es. Gerade in dieser Sparte sieht Konzernchef Farnz Fehrenbach „gute Wachstumschancen“.

Die wieder anziehende Nachfrage nach Dieselantrieben in Westeuropa komme dem Unternehmen sehr zugute. Bosch erwartet demzufolge für seine Common-Rail-Einspritzsysteme bis 2015 um jährlich 10 Prozent steigende Stückzahlen. Weiteres Wachstum prognostizierte Fehrenbach auch bei der Benzindirekteinspritzung, deren Ausrüstungsanteil an der Weltautomobilproduktion sich bis 2015 auf rund 18 Prozent verdreifachen werde. Auch der Markt für Abgasturbolader und Sicherheitssysteme wie das Elektronische Stabilitäts-Programm ESP entwickle sich weiter dynamisch.

Gemeinsames E-Projekt mit Daimler

Auch die Elektrifizierung des Antriebs will Bosch weiter vorantreiben. Das Unternehmen wendet eigenen Angaben zufolge dafür jährlich rund 400 Millionen Euro auf. Rund 800 Ingenieure seien allein in diesem Bereich tätig. Mit 20 Projekten zur Elektromobilität werde Bosch in Kooperation mit zwölf Automobilherstellern bis 2013 in Serie gehen, heißt es weiter.

Jüngstes Projekt ist die geplante Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem Stuttgarter Autobauer Daimler zur Entwicklung und Produktion von Elektromotoren für E-Fahrzeuge in Europa. Eine entsprechende Absichterklärung haben beide Unternehmen vor wenigen Tagen in Stuttgart unterzeuchnet.

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